Von Oliver Lohmann
SOLIDARITÄT Erstmals Sponsorenlauf am Litauischen Gymnasium/Johannisfest am Samstag
Bereits seit vier Jahren unterstützen die Schüler des Litauischen Gymnasiums das Projekt "Dein Tag für Afrika" - genauso wie Hunderttausende andere in ganz Deutschland. Zahlreiche Hüttenfelder Gymnasiasten hatten sich Jobs gesucht, bei denen sie am Donnerstag Geld verdienen konnten. Dieses Geld soll die Aktion Tagwerk bekommen, welche es an den Projektpartner "Human Help Network" weitergibt, der wiederum Bildungsprojekte in Angola, Burundi, Ruanda, Südafrika und im Sudan finanziert. Bundesweit ist dieser "Tag für Afrika" erst am 23. Juni, doch im Litauischen Gymnasium wurde er vorgezogen, weil viele Schüler ohnehin in Proben für das Johannisfest am Samstag, 20. Juni, eingebunden sind.
Damit auch die Fünft- und Sechstklässler einen Beitrag für Afrika leisten können, hat man sich in Hüttenfeld etwas einfallen lassen: Erstmals gab es am Donnerstag einen Sponsorenlauf.
Rund zwei Dutzend Schüler rannten um das Schulgebäude - rund 300 Meter -, nach jeder Runde gab es zur Bestätigung ein Bändchen ans Handgelenk. Am Ende wurde die Zahl der Runden auf der Laufkarte eingetragen. Die Sponsoren, meist Eltern oder Lehrer, zahlten einen beliebigen Betrag je gelaufene Runde.
Vom Engagement der jungen Schüler waren alle begeistert: die Schulleiterinnen Lieselotte Manß und Irena Greviene, Lauf-Organisatorin Gabriele Hoffmann sowie die "Geldeinsammlerinnen" Silke Umann und Merle Beckord aus der zehnten Klasse.
Unter den Läufern war auch Mathematik-Lehrerin Susanne Stöhr, die sich selbst und einen Schüler sponserte. Sie lobte ebenfalls den Einsatz der Fünft- und Sechstklässler: "Hinter dem Schulgebäude haben viele eine Durststrecke. Doch sie motivieren sich gegenseitig mit dem Hinweis, es sei für Afrika. Bei unseren Schülern ist das Bewusstsein für arme Länder sehr groß, vor allem die Litauer wissen aus ihrem Land, was Armut bedeutet." Tatsächlich hatten manche rote Wangen und mussten tief durchschnaufen, doch nach einer kurzen Erholungspause ging es weiter zur nächsten Runde um das Schulgebäude. Auch Lehrerin Stöhr durfte nicht lange pausieren, ihre mit der Organisation beschäftigten Kollegen riefen: "Die Kinder in Afrika haben Hunger."
Beim traditionellen Johannisfest im Park des Schlosses Rennhof gibt es am Samstag wie immer ein vielfältiges kulturelles Programm. Nach einem um 15 Uhr beginnenden ökumenischen Gottesdienst in der Schlosskapelle wird das Fest offiziell um 17 Uhr unter der alten Eiche im Schlosspark eröffnet. Zum Auftakt gibt es sogar drei Konzerte - der Schüler des Litauischen Gymnasiums, des eigens aus Litauen angereisten Folklore-Ensembles der Stadt Klaipeda "Kursiu ainiai" und des Männerchors des MGV 1892 Sängerbund Hüttenfeld.
Anschließend folgen zahlreiche parallel stattfindende Veranstaltungen: ein Basketballspiel der Schüler gegen die Ehemaligen, Johannisspiele nach altem Brauch, Flechten von Johanniskränzen, ein Schachturnier, moderne Soloauftritte einiger Schüler im Schlosssaal und sogar eine Feuer-Show mit mittelalterlicher Musik. Nach Einbruch der Dunkelheit wird das Johannisfeuer entzündet. Für Speisen, Getränken und Tanzmusik ist gesorgt. Vor Regen oder Sonne schützt ein Festzelt. Um Mitternacht geht's auf die Suche nach der Blüte des Farnkrauts...
