Sonntag, 05. Februar 2012 01:12 Uhr
URL: http://www.lampertheimer-zeitung.de/region/lampertheim/5337978.htm

Lampertheimer Zeitung

Lampertheim 

"Kein Anschluss unter dieser Nummer"

31.01.2007 - LAMPERTHEIM

Von Simon Richter

Ärger über die Telekom: Erst ungewollter Tarifwechsel, dann bleibt das Telefon ganz still

LAMPERTHEIM Der Schock war groß: Als die unerwartete Auftragsbestätigung ins Haus flatterte, fiel Erika Prohn aus allen Wolken. 43,95 Euro monatlich, dazu 59,95 Euro einmalig forderte die Deutsche Telekom für den neuen Tarif XXL Fulltime, der ab sofort für ihren Telefonanschluss gelten sollte. Allein: Sie hatte ihn nie in Auftrag gegeben. Dieser dreisten Masche sind in den vergangenen Monaten anscheinend zahlreiche Lampertheimer zum Opfer gefallen.

Gleich mehrere Leser haben sich in den vergangenen Tagen mit der Bitte um Hilfe an die ER ZEITUNG gewandt. Und sie alle konnten die gleiche Geschichte erzählen, die immer von schlechten Erfahrungen mit der Deutschen Telekom und einem bösen Nachspiel handelt... Thema des Tages Es ist irgendwann im Advent, als Erika Prohn Hausbesuch von der Telekom bekommt. Der Mitarbeiter, der die Rentnerin an den Schauspieler Moritz Bleibtreu erinnert, erzählt ihr von den neuen Tarifen, mit denen sie angeblich Telefonkosten sparen könne - für Erika Prohn uninteressant. Freundlich verneint sie und geht davon aus, dass das Kapitel damit für sie abgeschlossen ist. Weit gefehlt. Kurze Zeit später flattert eine Auftragsbestätigung ins Haus (Kopie liegt der Redaktion vor). Hier heißt es: "Mit der Entscheidung für folgende(s) Produkt(e) haben Sie eine hervorragende Wahl getroffen... ." Nachfolgend wird die Tarifumstellung auf XXL Fulltime/T-ISDN für 43,95 Euro pro Monat bestätigt, plus eine einmalige Bereitstellungsgebühr von 59,95 Euro. Erika Prohn ist entsetzt. "Ich hatte dem Mann an der Tür unmissverständlich deutlich gemacht, dass ich keinen neuen Tarif brauche." Noch glaubt sie an ein Missverständnis und ruft bei der Kundenhotline der T-Com an. Sie bittet die Dame im Callcenter, wieder alles rückgängig zu machen. "Ich will, dass wieder alles wie vorher wird." Mit Erfolg: Der XXL-Tarif wird storniert, allerdings auch der komplette Telefonanschluss der Rentnerin. Seitdem heißt es: "Kein Anschluss unter dieser Nummer". Kurioserweise ist Erika Prohn nun nicht einmal mehr in der Lage, die Kundenhotline anzurufen. Ähnliche Erfahrungen machte auch Gottfried Schäfer. Eines Tages läutet sein Telefon, und der Herr am anderen Ende stellt sich als Mitarbeiter der T-Com vor. Auch in diesem Gespräch geht es um einen XXL-Tarif, der dem Kunden wortreich schmackhaft gemacht wird. Am Ende stimmt Schäfer zu, allerdings nur, dass ihm Informationsmaterial zugeschickt wird, mehr nicht. Als der Mitarbeiter Schäfer nach seiner Kundennummer und weiteren persönlichen Daten fragt, wird dieser skeptisch und erklärt das Gespräch als beendet. Und wieder folgt das böse Erwachen nach einer Woche. Diesmal wird per Brief zum Tarifwechsel zu XXL Local/T-Net beglückwünscht, monatliche Kosten: 26,63 Euro. Umgehend legt Schäfer schriftlich Widerspruch ein - nichts passiert. Unglaublich: Im Januar bucht die Telekom im Rahmen ihrer Rechnung tatsächlich den neuen Tarif ab; Schäfer legt wiederum per Einschreiben Beschwerde ein. Hier heißt es: "Ich bestehe auf meinen alten Vertrag. Über Jahrzehnte war ich mit der Post bzw. Telekom zufrieden, doch nun bahnt sich scheinbar bei Ihnen eine neue Geschäftspolitik an." Dies ist nun zwei Wochen her, die Telekom hat sich bislang nicht bei ihm gemeldet. Und damit nicht genug: Der Redaktion sind zahlreiche weitere Personen namentlich bekannt, die ein und dieselbe Geschichte erzählen. Alle besaßen einen analogen T-Com-Anschluss und sind wie Erika Prohn und Franz Schäfer ganz unverhofft und ungewollt zu einem XXL-Tarif gekommen. Mit diesen Fakten ist die LZ gestern an Peter Pfeiffer herangetreten. Der Pressesprecher der Telekom Südwest bestätigte: "Ja, wir haben Mitarbeiter, die in unserem Auftrag in Callcentern und im Außendienst tätig sind." Er bedauerte, dass es zu Unregelmäßigkeiten gekommen sei und betonte, dass die Mitarbeiter strenge Anweisung haben, nur solche Aufträge weiterzugeben, die vom Kunden unmissverständlich gewünscht seien. Außerdem versprach er, schnell Abhilfe zu schaffen und sich persönlich um jeden einzelnen Fall zu kümmern. Zu allererst um Erika Prohn, damit die sympathische Lampertheimerin endlich wieder mit ihrer Tochter in Norddeutschland telefonieren kann.


Wetter

Lampertheim

heiter
-10 – -4 °C
Samstag
heiter
-11 – -5 °C
Heute
stark bewölkt
-10 – -4 °C
Montag
Mehr Wetter

Fastnachtsfotowettbewerb 2012

Abstimmung

Die neue Facebook-Chronik – was meinen Sie?





Videos

Specials

  • Galeriebild zur Spendenaktion Leser helfen Leser helfen Hier finden Sie alles zur Weihnachtsaktion – und wie Sie spenden können.
  • Kruschel Groß und Klein finden hier alles Neue von unserem knuffigen Zeitungsmonster.
  • Flughafen Frankfurt am Main Flughafenausbau Der Rhein Main Airport wächst - so wirkt sich das auf unsere Region aus
  • opel Opel Was gibt es Neues beim Rüsselsheimer Autobauer? Hier erfahren Sie es.

2 Wochen kostenlos Probelesen










Fuß Zurück zum Service | Zurück zu den Verlagsservices | Zurück zur Navigation | Zurück zum Inhalt | Zurück zur rechten Spalte
Ende der Seite Zurück zum Service | Zurück zu den Verlagsservices | Zurück zur Navigation | Zurück zum Inhalt | Zurück zur rechten Spalte
0.676810979843 Sekunden