TVL: Der Tanz auf der Rasierklinge: Turner verlieren Kellerduell in Bonsweiher
14.02.2012 - MÖRLENBACH
Von Philipp Sémon
LANDESLIGA SÜD Turner verlieren Kellerduell in Bonsweiher mit 26:33
Die Achterbahnfahrt des TV Lampertheim in der Handball-Landesliga Süd geht weiter. Im Kellerduell bei der SKG Bonsweiher verlor die Mannschaft von Bernd Massag mit 26:33 (12:12) nicht nur das Spiel, sondern damit auch den direkten Vergleich mit den Odenwäldern. „Ich bin bedient. Absolut bedient“, sagte Massag.
Das Spiel der Rot-Weißen ist weiter extremen Schwankungen ausgesetzt. Nach dem überzeugenden 40:30 gegen Gelnhausen II vor zwei Wochen folgte nun der nächste bittere Rückschlag. Massag: „Das ist jetzt eine psychologisch ganz schwere Situation für uns.“ Nächste Woche sind die Spargelstädter spielfrei, dann geht es in die entscheidende Saisonphase. „Das wird ein Husarenritt, ein Tanz auf der Rasierklinge“, so Massag.
In der Mörlenbacher Weschnitztalhalle ging es am Sonntag für die Turner eigentlich ganz gut los. Die Lampertheimer lagen mit 11:7 in Front und hatten die Chance, die frühe Vorentscheidung herbeizuführen. „In dieser Phase haben wir zu viele Bälle weggeworfen. Die Chancenverwertung war wieder ein Debakel“, erklärte Massag. Die Gastgeber kamen so wieder heran und glichen bis zur Pause zum 12:12 aus.
Die verpasste Chance, sich entscheidend abzusetzen, hing den Turnern scheinbar nach. Denn nach dem Seitenwechsel lief bei den Lampertheimern nicht mehr viel zusammen. „Da ist alles schief gelaufen, was schief laufen kann“, so Massag. Wenige Minuten nach Wiederanpfiff sah Torwart Matthias Hümmer die Rote Karte. Er hatte versucht, einen Gegenstoß abzufangen und war dabei mit seinem Gegenspieler zusammengestoßen. Massag: „Wir haben den Faden dann komplett verloren.“ Bonsweiher setzte sich schnell bis auf 20:15 ab. Die Spargelstädter konnten zwar noch einmal verkürzen, kamen aber nicht mehr entscheidend heran.
Im Abstiegskampf der Landesliga Süd geht es nun noch enger als ohnehin zu. Roßdorf, Griesheim und Gelnhausen II gewannen am vergangenen Wochenende ihre Partien. Von Platz 13 bis sieben befinden sich alle Clubs im Kampf gegen den Abstieg. „Wenn man den Punktabzug wegen Nichterfüllung des Schiedsrichtersoll berücksichtigt, stehen wir auf einem Abstiegsplatz“, sagt Massag.
Was den Verantwortlichen zu denken gibt, sind vor allem die enormen Leistungsschwankungen. „Das ist nicht erklärbar“, so Massag. Nach der tollen Leistung gegen Gelnhausen ging das richtungsweisende Spiel gegen Bonsweiher nun deutlich verloren. Entweder spielt die Mannschaft richtig gut - oder eben richtig schlecht. Ein Mittelding gibt es beim TVL derzeit nicht. Und das macht es den Spargelstädtern in dieser Saison so schwer. Eine ordentliche Leistung über 45 Minuten reicht in der Landesliga nicht, um genügend Punkte gegen den Abstieg zu sammeln. Nun sind die Turner gefragt, schnell die Wende einzuleiten.
Nach dem spielfreien Faschingswochenende erwarten die Turner am Samstag, 25. Februar, den TV Fränkisch-Crumbach. Es folgen die Spiele gegen Pfungstadt, Tabellenführer Hanau, Schlusslicht Böllstein/Wersau und den direkten Konkurrenten SV Erbach. „Wir stehen jetzt richtig unter Druck. Eigentlich haben wir nur noch Endspiele“, sagt Massag.
TVL-Tore: Sosebee (7), Boese (5/3), M. Redig (4), Zielonka (3), Richter, Vogel (je 2), Eppers, Mischler, Radmacher (je 1).
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