Luise-Büchner-Gesellschaft stellt neues Programm vor

100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland: Dieses Jubiläum nimmt zu Recht breiten Raum ein im neuen Halbjahresprogramm der Darmstädter Luise-Büchner-Gesellschaft.

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DARMSTADT. 100 Jahre aktives und passives Frauenwahlrecht: Am 19. Januar wurde erstmals ein deutscher Reichstag mit Frauenbeteiligung gewählt. Eine Situation, die sich dann rasch verbreitete in der jungen Republik: In Darmstadt beispielsweise tagte am 21. Juni 1919 die erste Stadtverordnetenversammlung mit Frauenbeteiligung.

Zum Auftakt ein Empfang

Die Darmstädter Luise-Büchner-Gesellschaft erinnert 2019 mehrfach an das Jubiläum. So eröffnet sie ihr Halbjahresprogramm am 15. Februar unter dem Motto „1919 – Das Jahr der Frauen“ mit einem Empfang im Literaturhaus (Kasinostraße 3). Dort liest die Berliner Autorin Unda Hörner aus einem eigenen Text zum Thema; es musiziert Christiane Lüder (Akkordeon).

Am 25. Februar lädt die Luise-Büchner-Gesellschaft zusammen mit dem Historischen Verein für Hessen zu Kerstin Wolffs Vortrag „Auch wir wollen die Wahl haben! – Wie das Frauenwahlrecht begann und wie es weitergehen sollte“ ins Haus der Geschichte (Karolinenplatz 3) ein. „Auf zur Wahl, Bürgerin“ heißt es dagegen in den Texten und Chansons, die am Internationalen Frauentag (8. März) im Jagdhofkeller (Bessunger Straße 84) zu hören sind.

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Mehrere Vorträge im Literaturhaus stellen viel zu wenig bekannte Frauen vor. So spricht Dorothee Linnemann am 27. März über Marie Juhacz (1879–1956) – eine SPD-Politikerin, die nicht nur die Gründerin der Arbeiterwohlfahrt war, sondern 1919 im Reichstag auch die erste weibliche Abgeordnete, die in einem deutschen Parlament eine Rede hielt. Lieselotte Steinbrügge stellt am 12. April Emilie du Châtelet (1706-1749) vor: Die Lebensgefährtin des Philosophen Voltaire war Naturwissenschaftlerin, Philosophin und Übersetzerin.

Die Politikerin und Unternehmerin Katharina von Kardorff-Oheimb (1879–1962) ist am 25. April das Thema von Cornelia Baddack. Und Claus K. Netuschil referiert am 9. Mai über die Malerin Erna Pinner, die Zeichnerin Hedwig Dülberg-Arnheim sowie die Kunststrickerin Hertha Koch-Michel, die 1919 zu den Gründungsmitgliedern der Darmstädter Sezession gehörten.

Bleibt die Lesung im Halbjahresprogramm: Am 4. Juni präsentiert Marion Poschmann um 19 Uhr im Literaturhaus ihren Roman „Die Kieferninseln“.