Alle Spielergebnisse auf einem Zaun: 30 Meter lange WM-Tabelle...

Nicht zu übersehen: Der Zaun von Reinhard und Inge Rosche ist schon von Weitem ein echter Hingucker. Foto: photoagenten/Carsten Selak

Alle Ergebnisse an einem Zaun: In Wörrstadt hängt die vielleicht berühmteste WM-Tabelle in der ganzen Region – in jedem Fall aber die größte.

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WÖRRSTADT. Fehlstart, 0:1, Pleite gegen Mexiko – Reinhard Rosche dürfte es am Sonntag nicht allzu viel Spaß gemacht haben, das Schild mit der Aufschrift „Deutschland“ am unteren Ende der Gruppe F anzubringen. Doch für den 66-Jährigen gilt: Kneifen gibt’s nicht. Schließlich ist seine WM-Tabelle die vielleicht berühmteste in der ganzen Region – in jedem Fall aber die größte. Auf 30 Metern Länge, im Großformat und liebevoll von Hand gestaltet, zeigt der Wörrstädter an seinem Zaun in der Bahnhofstraße die aktuellen Ergebnisse des Turniers.

„Fahne aufhängen kann ja jeder“, sagt Rosche und lacht. 2006, zum Sommermärchen, kamen er und seine Frau Inge erstmals auf die Idee einer Tabelle im Großformat. Der Fußballfan, der in der Stadt eine Zaunbau-Firma betreibt und selbst in seiner Jugend leidenschaftlich kickte, bastelte damals rund acht Wochen lang an seinem Werk, schnitt Buchstaben aus, malte, klebte. Die Aktion kam bei den Bürgern so gut an, dass Rosche beschloss, seinen Zaun auch bei den folgenden WM-Turnieren und auch bei zwei Europameisterschaften zur Riesentabelle umzufunktionieren.

Viele Nachfragen

Dieses Jahr jedoch habe er eigentlich ausnahmsweise mal nichts machen wollen, sagt Reinhard Rosche. Doch zahlreiche Nachfragen interessierter Bürger stimmten den 66-Jährigen schließlich um. „Vor einer Woche habe ich gemerkt: Och, es juckt mich ja doch“, sagt Rosche. Und so machte sich der Firmenchef spontan ans Werk, stand seitdem jeden Tag schon um fünf Uhr morgens auf und schnitt auch nach Feierabend noch mit der Stichsäge Buchstaben und Figuren zurecht. Und so sind auch bei diesem Turnier für all jene, die durch die Bahnhofstraße fahren, die aktuellen Ergebnisse unübersehbar. Einzig auf die aktuellen Trikots der teilnehmenden Nationen müssen die Fußballfans verzichten, das habe er in der Kürze der Zeit einfach nicht mehr geschafft, sagt Rosche.

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Für die deutsche Nationalmannschaft sieht der 66-Jährige übrigens auch trotz der Auftaktniederlage keineswegs schwarz. Auch wenn er und seine Frau am Sonntag „sehr gelitten“ hätten, glaube er an ein Weiterkommen von Jogis Jungs. „Da bin ich guter Hoffnung, wir sind ja eine Turniermannschaft.“

Und wer weiß, vielleicht können Reinhard und Inge Rosche ja am Ende in übergroßen Buchstaben an ihrem Zaun verkünden: „WM-Finale: Deutschland gegen Spanien 2:0.“