Achtungserfolg für Krumbacher Jugendliche

Stolz auf das Erreichte: Die KJG-Delegation im Frankfurter Funkhaus.Foto: Cornelia von Poser  Foto: Cornelia von Poser

Einen professionell wirkenden Film hat die Katholische Junge Gemeinde (KJG) Krumbach gedreht und produziert: Ein junge Frau (dargestellt von Selina Dorn) blättert im...

Anzeige

KRUMBACH. Einen professionell wirkenden Film hat die Katholische Junge Gemeinde (KJG) Krumbach gedreht und produziert: Ein junge Frau (dargestellt von Selina Dorn) blättert im Fotoalbum. Sie hält Rückschau. Sieht Fotos von ihrer Einschulung, vom Schulabschluss, von Vorstellungsgesprächen und schließlich vom ersten Job. Doch der Zuschauer sieht mehr als nur die junge Frau und ihr Fotoalbum. Denn zwischendurch werden die Erinnerungsfotos nicht nur im Kopf der Protagonistin lebendig, sondern auch für das Publikum. Sie werden zu kleinen Filmen im Film. Der Betrachter ist mittendrin im Leben des Mädchens – im „Buch des Lebens“, wie die KJG diesen Film genannt hat.

Mit diesem Werk haben sich die Jugendlichen bei dem diesjährigen Filmwettbewerb „Meine Ausbildung“ des Hessischen Rundfunks (hr) beworben. Bereits zum neunten Mal wurde der Contest für Schülerinnen und Schüler ab der achten Klasse ausgeschrieben. Von den eingesandten 50 Beiträgen wurde der Kurzfilm aus Krumbach für die Endrunde in der Kategorie „Bester Newcomer“ nominiert.

Kein Wunder: Das rund siebenminütige Werk ist stimmig, die Schauspieler agieren überzeugend. Die Hauptdarstellerinnen sind passend ausgewählt – so wird die Protagonistin im ersten Teil von der zwölfjährigen Annkathrin Schmitt gespielt, im zweiten von der ähnlich aussehenden 17-jährigen Selina Dorn. Die Kulissen sind gut gewählt, die Handlung ist stringent. Nichts wirkt übertrieben oder amateurhaft, zudem illustriert der Film genau das, was der hr beabsichtigt hatte. Nämlich, dass sich die Jugendlichen mit der eigenen Zukunft auseinandersetzen.

„Das Thema hat genau gepasst“, sagt denn auch Amelie Hummel von der KJG. Denn mehrere Mitglieder der Gruppe standen kürzlich vor großen Entscheidungen. Ausbildung oder Studium? Weiter zur Schule gehen? Ein soziales Jahr machen? Auch im Rahmen eines Jugendgottesdienstes im März hatten sich die jungen Krumbacherinnen und Krumbacher mit dieser Thematik auseinandergesetzt. Für den Film wurden diese Diskussionen dann vertieft und ein Drehbuch entwickelt. Nach insgesamt sechs Tagen – an denen es unter anderem in die Müller-Guttenbrunn-Schule, an die Rimbacher MLS und zur Gärtnerei Leeder ging – war alles im Kasten. Dann kam das Schneiden und Bearbeiten. Dies wurde, wie auch das Filmen, von Annalena Keil übernommen. Die KJGlerin, die in Rimbach gerade in den Abitur-Prüfungen steckt, ist seit knapp drei Jahren begeisterte Filmemacherin. Filmt etwa Familienfeiern und Veranstaltungen, schneidet und bearbeitet das Aufgenommene selbst. Ihr großer Traum sei es, am Mediencampus in Darmstadt-Dieburg zu studieren, betont die Autodidaktin im Gespräch mit dem ECHO. Das „Buch des Lebens“ könne vielleicht als „Vorzeigeobjekt“ für eine Bewerbung dort dienen. Besonders effektvoll: Der Film kommt ohne Dialoge aus. Stattdessen übernimmt es eine Stimme aus dem Off (Amelie Hummel), den Zuschauer zu leiten und die Geschichte der Protagonistin zu erzählen. Am Ende des Filmes appelliert eben diese Stimme: „Geh Deinen eigenen Weg. Vertrau auf Dich und Deine Stärken.“

Anzeige

Am Dienstag machte sich eine siebenköpfige Delegation der KJG ins Frankfurter Funkhaus auf. Für einen Preis hat es nicht gelangt. Gleichwohl sind Ehrgeiz und Motivation geweckt, versichert Amelie Hummel. Vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr. „Wir kommen wieder.“ Alle 18 nominierten Filme werden von 26. bis 30. Juni von 10.50 Uhr an im hr-Fernsehen gezeigt.