Wie aus Nektar Honig wird

Der Lampertheimer Imker Gerhard Wiegand hat den Schülern reichlich Anschauungsmaterial mitgebracht.Foto: Thorsten Gutschalk  Foto: Thorsten Gutschalk

Im Keller der Schillerschule summte und brummte es – kein Wunder, denn zu Gast war Imker Gerhard Wiegand, im Gepäck sein gesamtes Imkerfachwissen und eine Schauwabe,...

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LAMPERTHEIM. Im Keller der Schillerschule summte und brummte es – kein Wunder, denn zu Gast war Imker Gerhard Wiegand, im Gepäck sein gesamtes Imkerfachwissen und eine Schauwabe, gefüllt mit den fleißigen Arbeitstierchen.

Rund um Gerhard Wiegand saßen Zweitklässler, interessiert und neugierig auf alles, was der Hobbyimker ihnen vorstellte und erklärte. Thematisch passte die kleine Reise ins Reich des Honigs bestens in den Unterricht: In den vergangenen Schulstunden hatten sich die beiden zweiten Klassen der Lehrerinnen Beate Gündling und Sandra Wiegand intensiv mit dem Thema „Wiese“ beschäftigt.

„Wir haben uns die verschiedenen Stockwerke einer Wiese genau angeschaut und mehr über die Pflanzen und die Tiere erfahren, die in diesem Lebensraum zu finden sind“, erklärte Beate Gündling die fachliche Verbindung zum Sachkunde-Unterricht. Imker Wiegand – dessen Schwiegertochter Klassenlehrerin der 2 b ist – war bei seinem rund zwei Schulstunden dauernden Vortrag in seinem Element: Angefangen von der Geschichte der Imkerei bis zum Aufbau eines Bienenstockes und dem Ablauf eines Bienenlebens erklärte er den geduldigen Kindern vieles, was sie noch nicht wussten. Überrascht waren alle, wie fleißig die Bienenkönigin ist – 2000 Eier legt sie täglich, das ist das Doppelte ihres Eigengewichtes. Essen darf sie deshalb nur das eiweißreiche Gelee royal, versorgt wird sie von unermüdlichen Bienen, die sich stets um sie herum tummeln. Während die einen Arbeiterinnen die Königin versorgen, kümmern sich die anderen um die Nahrung der frischgeschlüpften Bienen, wieder andere sind für den Bau der Waben zuständig oder sorgen als Wächterbienen für Ordnung im Stock. „Ein Bienenvolk besteht immer aus der Königin, Drohnen und Arbeiterinnen, die in ihren unterschiedlichen Wachstumsstadien immer wieder andere Aufgaben im Bienenstock übernehmen müssen“ erklärte Gerhard Wiegand in seiner ruhig Art den Kindern.

30 Völker gehen auf Nektarsuche

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Wiegand betreibt die Imkerei seit zehn Jahren als Hobby, schickt heute 30 Bienenvölker auf Nektarsuche. In zwei Gärten hat er seine Stöcken stehen, einer der Gärten liegt in Richtung Mannheim, einer in der Nähe von Bürstadt: „Meine Bienen sammeln vor allem Raps- und Obstblütennektar“, sagte er. In diesem Jahr wird es wohl keinen Akazienhonig geben, der Frost im Frühjahr hat dem Imker und seinen Bienen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Dafür wird viel Kastanienhonig abgefüllt werden können – die prächtigen Bäume blühten noch im Juni in voller Pracht. Zur Zeit sammeln Wiegands Bienen in den Spargelfeldern: „Jetzt kehren alle Bienen voller orangefarbener Pollen in ihrem Fell zurück zum Stock, die Spargelblüte hat eine sehr intensive Färbung.“

Neben großformatigen Bildern, seinem Handwerkszeug und einem großen Block Bienenwachs hatte Gerhard Wiegand auch eine mit Glas verschlossene Bienenwohnung dabei. Zum Schluss des Vortrags zeigt er alle Kindern die Welt der Bienen hautnah, jeder durfte einen genauen Blick auf den Rahmen werfen. Und wer lauschte, konnte das Brummen der Tierchen vernehmen.