Tragischer Vorfall in Mainz: Mann wirft Kind vom Balkon und...

Das Haus in der Elsa-Brandström-Straße in Mainz-Gonsenheim. Foto: Sascha Kopp

Ein Mann hat am am Freitagmorgen zwischen 8 und 9 Uhr ein Kind in der Elsa-Brändström-Straße in Mainz-Gonsenheim aus großer Höhe vom Balkon eines Wohnhauses geworfen und...

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MAINZ. Ein Familiendrama hat am Freitagmorgen gegen 8.45 Uhr den Mainzer Stadtteil Gonsenheim erschüttert. Wie Zeugen dieser Zeitung berichteten, warf ein Mann in der Elsa-Brändström-Straße auf Höhe der Hausnummer zehn zunächst ein vierjähriges Kind aus dem 21. Stock des Wohnhauses und sprang daraufhin selbst. Beide waren auf der Stelle tot. Bei dem Täter handelt es sich um den Vater des Kindes, der aber nicht in der Wohnanlage nahe der A_643 gemeldet war.

Mutter wird offenbar Zeugin des Dramas

Die Mutter, die mit ihren Kindern in der Elsa-Brändström-Straße wohnt, wurde offensichtlich Zeugin des Dramas, sah die Leichen vor dem Haus, als sie gerade vom Einkaufen zurückkehrte. Sie wurde nach Eintreffen der Polizei umgehend von Psychologen und Seelsorgern betreut. Ein Hausmeister des Gebäudekomplexes reagierte laut Zeugen sehr schnell und aufmerksam und sorgte dafür, dass die Leichen des Kindes und des Täters, die man auf dem Gehweg und in einem angrenzenden Gebüsch fand, sofort abgedeckt wurden, um sie vor Blicken abzuschirmen. Laut Zeugen soll der Tötung und dem Selbstmord ein Streit innerhalb der Familie vorausgegangen sein. Dies wurde bislang von Polizei und Staatsanwaltschaft nicht bestätigt. Die Ermittlungen der Mordkommission zu Tathergang und Motiv dauern derzeit noch an.

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In der Elsa-Brändström-Straße machten sich auch noch Stunden nach der Tat Fassungslosigkeit und Bestürzung breit. Immer wieder blieben Passanten und Nachbarn stehen, unterhielten sich, deuteten auf Gehweg und Gebüsch vor dem Wohnhaus, wo Vater und Kind gefunden wurden. Einige Nachbarn kannten die Familie. Ihnen war sie allerdings zuvor nicht aufgefallen.

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Anmerkung der Redaktion: Wir haben uns entschieden, in der Regel nicht über Selbsttötungen zu berichten, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Der Grund für unsere Zurückhaltung ist die hohe Nachahmerquote nach jeder Berichterstattung über Suizide.

Wenn Sie sich selbst betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (http://www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.