Brand in Sondermüllanlage HIM in Biebesheim

Bis zu 40000 Euro Schaden sind laut ersten Schätzungen durch den Brand entstanden.  Foto: Vollformat/Robert Heiler

Auf dem Gelände der Sondermüllanlage HIM in Biebesheim sind Abfälle in Brand geraten. Menschen kommen nicht zu Schaden.

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BIEBESHEIM. Schwarzer Rauch quillt aus dem Gelände der HIM-Sonderabfallverbrennungsanlage (SAV), um sich zu einer bis an die Bergstraße sichtbaren, in Richtung Gernsheim ziehenden Säule zu formieren. Begleitet wird die Szenerie von mehreren Knallgeräuschen.

Was ist da am frühen gestrigen Nachmittag im Biebesheimer Industriegebiet geschehen? Wie Betriebsleiter Marcus Blum berichtet, seien Abfälle auf einem HIM-Lastwagen, der Container auf dem SAV-Gelände transportiert habe, in Brand geraten. Dadurch habe sich auch der Lkw entzündet und sei auf einer Nebenstraße des Lagers für Abfallgebinde vollständig ausgebrannt. Auch die brennenden Reifen des Lasters, die dabei mit lautem Knall geplatzt seien, hätten zu der intensiven Rauchentwicklung geführt. Welche Stoffe geladen waren, wusste Blum am Donnerstag noch nicht zu sagen. Dies sei nun ebenso zu klären wie die Brandursache. Schon nach einer Viertelstunde sei das Feuer gelöscht gewesen. Menschen seien nicht zu Schaden gekommen. Eine Gefahr, dass die Flammen auf das Lager und andere SAV-Anlagen übergreifen, bestand laut Blum nicht: "Unsere Betriebsfeuerwehr war sofort vor Ort und hat mit den Löschmaßnahmen begonnen." Wegen der starken Rauchentwicklung hätten die Einsatzkräfte aber rasch festgestellt, dass externe Unterstützung hilfreich sei. Deshalb seien gemäß Alarmplan die Freiwillige Feuerwehr Biebesheim, die Werksfeuerwehr von Merck und die Freiwillige Feuerwehr Gernsheim sowie weitere umliegende Wehren alarmiert worden.

Bürger sollten vorsorglich Fenster und Türen geschlossen halten

Zudem sei das Warn- und Informationssystem Katwarn ausgelöst worden, um die Bevölkerung übers Smartphone aufzufordern, vorsorglich Fenster und Türen geschlossen zu halten. Diese Warnung habe aber bald wieder aufgehoben werden können. Denn die Gefahrenabwehr des Kreises Groß-Gerau, die an mehreren Stellen in Windrichtung die Luft gemessen habe, habe keine gesundheitsgefährdenden Rauchgaskonzentrationen festgestellt. Die Katwarn-Mitteilung an die Bürger ging allerdings erst um 13.25 Uhr heraus - da war das Feuer schon wieder aus. Der sichere Betrieb der Verbrennungsanlage sei durch den Brand zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen, versichert die HIM.

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Wie die Polizei mitteilt, ging der Alarm um 12.53 Uhr ein. Dem Brandereignis vorausgegangen sei ein Funkenflug beim Schreddern von Sonderabfall in einer unterirdischen Anlage, erläutert Polizeisprecherin Katrin Pipping. Dieser sei zunächst mit einem Schaumteppich abgedeckt und zum Abkühlen stehen gelassen worden. Später wurde der Abfall in einem Container auf dem Gelände transportiert. Beim Abkippen sei Lösungsmittel herausgeflossen und habe sich entzündet. Das Feuer sprang dann auf den Lkw über.

Gegen 13.15 Uhr war das Feuer nach Auskunft des Biebesheimer Gemeindebrandinspektors Jochen Schell bereits gelöscht. Die Polizei schätzt den Schaden nach vorläufigen Erkenntnissen auf 30 000 bis 40 000 Euro.