Beißer im Anflug - Berlin bebt

Luis Suarez (rechts) überprüft, ob nach seinem Biss in Giorgio Chiellinis Schulter und dessen Revanchefoul noch alle Zähne vorhanden sind. Foto: dpa

Beim Champions-League-Finale in der Bundeshauptstadt treffen demnächst zwei Fußballer aufeinander, für die die Beschreibung "Liebe auf den ersten Biss” so treffend ist wie...

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. Es trifft sich unheimlich gut, dass Grillsaison ist, denn am 6. Juni gibt es im Berliner Olympiastadion ein Event, bei dem es sein könnte, dass jemand seine Zähne in richtig gutes Fleisch haut. An jenem Tag treffen sich die Fußballmannschaften von FC Barcelona und Juventus Turin zum Finale der Champions League, einem Wettbewerb, bei dem deutsche Mannschaften vor allem vor sehr langer Zeit mal eine sehr gute Rolle spielten. Zum Beispiel gewann der einst ruhmreiche FC Bayern München den Wettbewerb 1974, 75 und 76 gleich dreimal in Folge, mit Leuten wie "kleines dickes Müller" und einem gewissen Uli Hoeneß, der seinerzeit noch im Besitz seiner vollen Bewegungsfreiheit war, dafür aber wahrscheinlich noch nicht im Besitz eines Computers, mit dem man Finanztransaktionen tätigen konnte, im Vergleich zu denen die Lehman Brothers Waisenknaben waren. Aber wir wollen nicht abschweifen. * In dieser Saison jedenfalls scheiterte Bayern München im Halbfinale an Barcelona, wobei es uns ehrlich gesagt immer noch und immer wieder erstaunt, wie ein Fußballverein in einem Land, das bis vor Kurzem noch fast pleite war und in dem die Jugendarbeitslosigkeit brutal hoch ist, wie in einem solchen Land also ein Fußballverein hunderte von Millionen Euro ausgeben kann, um sich Stars wie Messi und Neymar zusammenzukaufen. Wobei wir natürlich nicht verkennen, dass alleine die Kosten für Friseur und Gel für solche Fußballer horrend sind und wahrscheinlich sogar bei Heidi Klum noch stärkere Blässe hervorrufen würden als am Donnerstag, als "Germany‘s Next Topmodel" in Mannheim wegen eines Bombenalarms abgebrochen und verschoben wurde. Aber letztlich: Das kann doch uns‘re Heidi nicht erschüttern. Denn: Drei Wetter Taft. 21.30 Uhr, SAP-Arena, die Frisur hält. * Schöner Übergang jetzt: Vielleicht wird Mesut Özil demnächst mit unser aller Kanzlerin ein ernstes Wort reden, wenn sie ihn nach einem Spiel mal wieder in der Kabine besucht und er wieder sein Handtuch um die Hüfte geschlungen hat. Vielleicht sagt Özil ihr, dass ein Land irgendwie auch mal andere Prioritäten setzen und die armen Vereine finanziell unterstützen muss, damit die sich Messi und solche Leute leisten können. Oder? * Dass das im Halbfinale schief gehen würde mit Bayern, das wussten wir spätestens, als Beckenbauer, Firle-Franz, wie manche ihn nennen, im Radio sagte: "Und ist der Hang auch noch so steil//a bissel was geht alleweil." Wir sagen: "Und ist das Spiel auch noch so heiß//der Franz, der redet meistens Sch....." * Im Champions-League-Finale in Berlin stehen sich Barcelona und Juventus Turin gegenüber, und da treffen sich zwei alte Freunde: auf Barca-Seite Luis Suarez, genannt "der Beißer", der ein paar Monate lang gesperrt war, weil er Giorgio Chiellini (Turin) 2014 beim WM-Spiel Urugay gegen Italien brutal in die Schulter gebissen hatte. Böse Zungen behaupten, Suarez habe dem Italiener noch zugerufen: "Biss nächstes Mal, und dann al dente." Und das wäre dann halt in Berlin. Vielleicht skandieren dann aber 80.000 im Olympiastadion "Küssen, küssen." * Bei den Berliner Philharmonikern geht es dagegen vergleichsweise kultiviert zu. Sie wollten sich einen neuen Dirigenten wählen. Der Brite Sir Simon Rattle verlässt sie, weil ihn seine Musiker bei jeder passenden Gelegenheit mit dem Satz abfiedelten: "Das dritte Tor von Wembley war nicht drin"....Kleiner Scherz. Also, es zog sich furchtbar lange hin mit der Dirigentenwahl. Fest scheint allerdings zu stehen, dass Dieter Bohlen schon am Anfang an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte. Unsere Theorie: Letztlich wollten die Philharmoniker Kloppo, sie riefen ihn an, er fragte nach dem Gehalt. Als er die Summe hörte, lachte er kurz und trocken im Hals und höhnte: "Mein lieber Schwan..." Quatsch. Anders war es sicher. Wie meinen? Nein, nicht Thomas Anders von "Modern Talking"! Leute, was seid ihr wieder albern heute! Die Dirigentenwahl ist jetzt verschoben. Nein, nicht wegen Bombendrohung. Und Heidi Klum hat mit der Sache auch nichts zu tun. Vorerst. * Es gibt die Verschwörungstheorie, dass NSA und BND gemeinsam sowohl den Bombendrohungsabbruch bei Heidi Klum als auch das Scheitern von Dieter Bohlen bei den Berliner Philharmonikern herbeiführten. Regierungssprecher Seibert sagte, er wisse nichts. Alle glauben ihm.