Blondie rettet den "Playboy"

Hymnen-Gate beim Federations Cup auf Hawaii: Blondie macht´s möglich - oder? Foto: dpa

Es ist nicht alles schlecht, was Trump so treibt. Aber auf Hawaii wurde es hässlich braun wie bei einem verbrannten Toast. Steckte er dahinter?

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. Neues von Blondie. Der Typ hat magische Kräfte. Sorgte er dafür, dass alle alten Kameraden, Brüder im Geiste Blondies, jubilieren können, weil auf Hawaii bei einem Fed Cup-Match der deutschen Tennisdamen gegen die USA die erste Strophe des Deutschlandlieds gesungen wurde? Es war elf Uhr Ortszeit, als „Deutschland, Deutschland, über alles....“ erscholl, von einem Opernsänger, und wenn wir nun schreiben würden: „Seit elf Uhr wird jetzt zurückgesungen...“ bekämen wir Ärger. Die Veranstalter sprachen von einem Missverständnis. Die Deutsche Presse-Agentur nennt es „Hymnen-Gate“ (in Anlehnung an Watergate), wobei man da als Redakteur aufpassen muss, dass man das erste „n“ in „Hymnen-Gate“ nicht aus Versehen weglässt. Kinder, fragt die Mama.

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Irgendwie war das aber immer schon klar, dass es mit Hawaii Ärger gibt. Und den ersten krachenden Hinweis darauf verdankt die Welt – einem Wiesbadener!! Wie auch sonst? Immer wieder zur Erinnerung: Es gibt nur drei wirkliche Weltstädte: Wiesbaden, New York, Tokio, in dieser Reihenfolge. 1963 sang der in Wiesbaden geborene Paul Kuhn, wir Ältesten erinnern uns: „Es gibt kein Bier auf Hawaii, es gibt kein Bier.//Drum fahr ich nicht nach Hawaii, drum bleib ich hier.“ Nichts mehr retten kann die einst berühmte amerikanische Krimi-Serie Hawaii Fünf-Null. Denn „Hymnen-Gate“ (geschafft, „n“ an den richtigen Stellen!) tendiert einfach zu stark Richtung Hawaii Null-Null. Auch bei Hawaii Fünf-Null gab es früh Hinweise auf Ungemach, denn neben mittel-harmlosen Folgen wie „Heißer Schnee“ (ARD, 20.8.1971), oder „Wer ist Anita P.?“ (Pro7, 10.5.1990) gab es nämlich auch „Albtraum ohne Ende“ Teil 1 und 2 (Pro7, 3.8.1991).

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Und wenn es noch eines Beweises für die Brisanz Hawaiis bedurfte, dann dies: Das deutsche Hausfrauenunglück der 70er Jahre, ein Quicky sozusagen, schnell gemacht, schnell gegessen, schnell verdaut und noch schneller vergessen, der Toast Hawaii, eine labberige Scheibe Toast, darauf Schmelzkäse, der zum Himmel stank, Schinken von unglücklichen Schweinen, Ananas, so sauer, dass sie einem das Hemd, vorzugsweise mit Hawaii-Muster, aus der Hose zog, und als Höhepunkt oben drauf eine vermatschte Kirsche, deren einziger Vorteil darin bestand, dass sie einen an den lustigen Spruch des leider früh verstorbenen Dortmunder Fußballers Lothar „Emma“ Emmerich erinnerte, der zu rufen pflegte „Gib mich die Kirsche“, wenn er von einem Mitspieler den Ball haben wollte.

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Blondie hat aber auch was Gutes erreicht, diese Woche. Da müssen wir ein bisschen ausholen, obwohl: super Übergang: Die Blondine Daniela Katzenberger hat vor ein paar Jahren in Amerika vor laufender Kamera versucht, auf das Grundstück von Hugh Hefner zu gelangen, dem Erfinder des „Playboy“. Böse Zungen behaupten, Hefner sei so geschockt gewesen, dass er all seinen Einfluss geltend machte, damit im amerikanischen „Playboy“ keine nackten Frauen mehr abgebildet würden. So geschah es. Und jetzt, kaum dass Trump Präsident ist, die knallharte Wende: „US-Playboy: Die Nackten sind zurück“ lesen wir bei Spiegel Online Kultur (!). Cooper Hefner, Sohn von Hugh, sagte: „Heute nehmen wir uns unsere Identität wieder.“ Nimm sie dir, Baby. Abgedruckt ein Plakat: „Naked ist normal“. Nicht zu verwechseln mit „Faked is normal“. Blondie würde sagen: „Make America naked again.“

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Laut „Bild“ will Nobby, „die Rende is‘ sischä“ Blüm, von bösen Zungen auch „der Heinz Schenk der deutschen Politik“ genannt, irgendwo im Fernsehen eine Late Night-Show machen. Da haben wir bessere Personal-Vorschläge, für schon existierende Serien. Wolfgang Schäuble: „Wer wird Millionär“ (RTL). Christian Wulff: „Ab ins Beet“ (Vox), oder: die Wahrheit des Gardena-Gartenschlauchs im Klinkerhaus. Beatrix von Storch (AfD): „Good Bye Deutschland, die Auswanderer“ (Vox). Heiko Maas: „Kit(t)chen Impossible“ (Vox), der Justizminister erklärt modernen Strafvollzug. Martin Schulz: „DSDS“ (RTL). Horst Seehofer: „Komödienstadel“ (BR). Und, Achtung, nachdenken, Heidi Klum: „Bones – die Knochenjägerin“ (RTL).