Breidenbachs Woche: Corona auf die harte Tour

Ein Fahrer bei der Team-Präsentation. Foto: dpa

Radeln mit Risiko – aber die Medizin war auf der Frankreich-Rundfahrt schon immer der beste Freund der Fahrer.

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. Jaa, mir san mi‘m Radl do. Am Samstag soll, Stand Freitag, die Tour de France starten, und zwar im Corona-Hotspot Nizza. Noch mehr Aufwand als sonst. Aber Rad, wenn gut, ist teuer. Und welches Sportereignis wäre für diese Zeiten geeigneter als die Tour, die ohnehin den Ehrentitel „Rollende Reiseapotheke“ trägt, und deren Matadore kaum einen Satz öfter hören als diesen: „Positiv getestet“? Und so pfeifen es die Spatzen von und über den Dächern von Nizza, dass die diesjährige Tour ein geheimes Testprojekt ist: Alle Fahrer kriegen alle noch völlig unausgereiften Impfstoffe reingedonnert, die bei „3“ nicht auf dem Baum sind. Die Jungs bringt sowas nicht aus dem Tritt, die haben schon ganz andere Sachen ausgehalten.

Es gibt so Sätze für die Ewigkeit, die sind gleichzeitig in Erz gegossen und in Stein gemeißelt. Sätze wie: „Nachts ist es kälter als draußen.“ Oder, Artikel Eins des Freistaats Saarland: „Hauptsach‘ gut gess‘, nix geschafft hann mir dann glei.“ Sätze, die ausreichen, um einen Ehrendoktor der Grammatik – Dr. gram. h.c. - oder der Rhetorik – Dr. tor. h.c. - in Oxford oder zumindest in Pjöngjang zu ergattern. Einen weiteren solchen Satz lasen wir nun in dieser Zeitung: „Auch Männer dürfen Kanzler werden.“ Wir weinen vor Freude. Gesagt hat das Julia Klöckner, Bundesagrarministerin, geboren in Bad Kreuznach, also eine von uns. Hintergrund: Angeblich hätte die saarländische Politik-Ikone Annegret Kramp-Karrenbauer gerne eine Frau als Nachfolger*in im Amt des/der CDU-Parteivorsitzenden, nämlich Klöckner. Die ziert sich noch.

Natürlich muss es nach gefühlt 80 Jahren Merkel korrekt heißen: „Auch Männer dürfen Kanzlerin werden.“

Jetzt mal Scherz beiseite. Ein Satz, der wirklich das Zeug dazu hat, in den Olymp aufzusteigen, vielleicht der Satz dieser elenden Corona-Pandemie schlechthin, kommt, wie sollte es anders sein, von Gesundheitsminister Jens Spahn: „Nach dem dritten Bier ist es selbst bei einer Zwanzigergruppe fast unmöglich, dass alle die Regeln einhalten.“ Laut böser Zungen gibt es für diese Regel eigens eine bayerische Variante: „Nach dem zwanzigsten Bier ist es selbst bei einer Dreiergruppe fast unmöglich….“ Bei den Bundesländern macht jede(r) ohnehin, was er/sie will. Laut Süddeutscher Zeitung, Stand Freitag, darf man in Kiel nur 50 Leute zur Hochzeit einladen. Da oben im Norden//bloß keine Horden! In NRW dagegen 150 – alle in einen (Ruhr-)Pott. Lass jucken, Kumpel.

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Weil es den Mannen des früher ruhmreichen FC Barcelona Spanisch vorkam, was die Mia-san-mia-Champions vom FC Bayern beim 8:2 mit ihnen veranstalteten, bekommen sie zur Strafe den früheren Barcelona-Kicker und niederländischen Nationalspieler Ronald Koeman als Trainer. Beim WM-Achtelfinale Deutschland – Niederlande 1990 in Italien machte es sich der legendäre deutsche Fernsehkommentator Heribert Faßbender – Markenzeichen sein Begrüßungsspruch „Nabendallerseits“ - zunutze, dass man Koeman phonetisch nun halt mal „Kuhmann“ ausspricht. Faßbender: „Der heißt schon so, dem würde ich nicht über den Weg trauen.“ Was Faßbender meinte: Koeman gehörte zu der Spezies Fußballer, die notfalls auch gegen eine Bahnschwelle getreten hätten. Kleiner Amboss-Gouda. Typisch für das Land: Frau Antje - in Sachen Härte meist unerbittlich.