Breidenbachs Woche: Dänen liegen nicht

Ein Mädchen springt vor der untergehenden Sonne am Strand. Foto: dpa

Derzeit bastelt sich jeder seinen kleinen Glücksatlas, und dabei kommt die Bundesregierung aus dem Lächeln kaum noch heraus.

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. Wir lesen FAZ und weinen vor Freude: „Die Deutschen sind zufrieden wie selten zuvor.“ Muss es nicht heißen: Die Deutschen sind selten zufrieden – wie zuvor, also wie immer? Aber nein! Ist der blonde Wischmop auf Ecstasy endlich im Knast, dass wir uns so freuen? Nö, es gibt einfach nur vom Gefühl her ein gutes Feeling. In der FAZ-Story zeigt eine Deutschlandkarte, welche Landesteile wie glücklich sind. Ganz vorne: Schleswig-Holstein mit dem Wert 7,44 von 10. Sachsen nur 6,98. Klar, Pegida. Dann der Hammer: Im Südwesten der Karte ein Kreis, darin steht „Rheinland-Pfalz/Saarland“! 7,21 ist ganz okay, aber Rheinland-Pfalz/Saarland, ein Gebiet! Zusammen!! Kaum ist AKK in Berlin und will gefühlt die gesamte Bundeswehr nach Mali verlegen, schon passiert daheim die Eingemeindung! Seit 30 Jahren ist in Berlin die Mauer, im SED-Jargon „antifaschistischer Schutzwall“, gefallen, aber zwischen Saarland und Pfalz steht eine Mauer mental immer noch wie in Erz gegossen! Heißt dort „schwenkbratenmäßiger Schutzwall“!

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Erschüttert lesen wir weiter: Dass Schleswig-Holstein so glücklich sei, liege an der geografischen Nähe zu den Dänen. Dänen lügen nicht nur nicht, sie liegen auch nicht – am Boden. Dänemark sei eine „Hygge-Nation“, von hyggelig. Das bedeutet „angenehm, Intimität schaffend“. Wenn hyggelig aber, wie Wikipedia meint, irgendwie von „hügelig“ kommt, dann ist das gendermäßig eine Atombombe, frauenfeindlich: hügelig, Intimität schaffend, 90 – 60 – 90, mehr brauchen wir nicht zu sagen. Dazu passt diese FAZ-Erläuterung: „Am Arbeitsplatz erhöhen gemischte Teams (männlich/weiblich) die Arbeitszufriedenheit.“ Logisch. Weil die Frauen Schnittchen machen.

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Das alles steht im „Glücksatlas“, und dass den, kein Scherz, ausgerechnet die Post anfertigen ließ, macht uns argwöhnisch. Vielleicht ist es ein Fake der Post, um von der permanenten Erhöhung des Briefportos auf jetzt 80 Cent abzulenken. Schweineteuer. Da kann man ja gleich eine Mail schreiben, kostet auch nicht viel mehr.

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Die Bundesregierung hat jetzt ihren eigenen Glücksatlas herausgegeben, sie nennt ihn „Zwischenbilanz“. Ergebnis: Alles super. Man kann also die Überschrift, die diese unsere Zeitung für den Post-Atlas kreierte, nämlich „Land des Lächelns“, getrost auch über die Zwischenbilanz der Bundesregierug setzen. Das passt auch insofern, als „Land des Lächelns“ eine romantische Operette von Franz Lehar ist, und so viel Romantik wie derzeit war ja überhaupt noch nie zwischen zwei Regierungsfraktionen. Auch die Handlungsstränge der Operette „Land des Lächelns“ und der Bundesregierung weisen Berührungspunkte auf. Die Handlungspole sind Wien mit dem Grafentöchterlein Lisa und Peking mit dem Prinzen Sou-Chong. Wien, das ist der Part der Union mit dem großen Vorbild Sebastian Kurz, und das Grafentöchterlein Lisa hat unser aller Kanzlerin allemal drauf. Peking, links, SPD, zumal Olaf Scholz öfter mal aussieht wie Little Buddha und locker den Prinzen Sou-Chong geben kann. Weil es trotz der Arie „Dein ist mein ganzes Herz“ (heimliche Werbung für Organspenderausweise?) emotional nicht so recht klappt zwischen Sou-Chong und Angela, pardon Lisa, nimmt sich Sou-Chong statt Chop Suey lieber vier Mandschu-Mädchen und Lisa fährt heim. Einzige Frage: Packt Olaf Scholz das mit den vier Mandschu-Mädchen? Ansonsten hängt mal wieder alles mit allem zusammen.