Breidenbachs Woche: Es lebe die Hochzeit, nieder mit dem...

Die rheinland-pfälzische CDU-Vorsitzende und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner legt nach der Hochzeit den Arm um ihren Mann Ralph Grieser. Foto: dpa

Der deutsche Wald hat Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner beunruhigt, die eigene Vermählung wohl eher nicht.

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. 114.000 Hektar Wald müssen neu aufgeforstet werden, vermeldet der wunderbare Radiosender SWR1. Die Fläche entspreche der Hälfte des Saarlands. Also muss die Hälfte des Saarlands neu aufgeforstet werden? Erstaunlich, was das ausmacht, wenn eine wie Annegret Kramp-Karrenbauer das Saarland verlässt....Kleiner Scherz, die 114.000 Hektar sind für ganz Deutschland gemeint. Trotzdem empfehlen wir, die alte Weisheit, wonach man im Saarland den Wald vor lauter Saarländern nicht mehr sieht, zu überdenken. Als Ursache für das Elend führt der Radiosender an: „Sie entwickeln sich bei Trockenheit besonders gut.“ Nein, nicht die Saarländer, die entwickeln sich bei Trockenheit eher nicht besonders gut, sondern suchen Leichtigkeit//durch Feichtigkeit (Feuchtigkeit). Nein, die Trockenheit nutzt dem Borkenkäfer, der sein Unwesen so penetrant betreibt, dass sich alle Lebewesen zwischen Baum und Borke verloren vorkommen. Laut Deutscher Presse-Agentur sind besonders Fichten hart betroffen. Das ist wiederum besonders für das Saarland hart, dort werden häufig Menschen hinter die Fichte geführt, und wo soll man die nun hinführen, wenn die Fichten zwischen Baum und Borke geraten?

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Julia Klöckner, stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende und Bundesernährungsministerin, wählte angesichts dieser Fragestellung einen geschickten Weg. Am 25. April äußerte sie sich in einer Pressemitteilung „beunruhigt angesichts der Trockenheit und der Waldbrandgefahr in Deutschland“. Sodann erfuhr die staunende Öffentlichkeit, dass sich die Ministerin nach Südafrika begeben hatte, um dort zu heiraten; ob sie dabei beunruhigt war, ist nicht überliefert. Hochzeit. Ostern. Am dritten Tage auferstanden von den Toten, sagt die Bibel. Jenseits von Afrika, Pardon, in Südafrika wurde also niemand hinter borkenkäfergefährdete Fichten geführt, sondern vor den Traualtar. Das ist schon mal ein Vorteil Südafrikas im Vergleich zum Saarland. Wir weinen vor Rührung. Eingedenk der Weisheit, dass die Ehe der Sieg der Hoffnung über die Vernunft ist, erscheint Südafrika generell als optimale Ehe-Location: Kap der Guten Hoffnung.

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Womit wir wenig anfangen können, ist der Hinweis, Klöckner habe in einem „Jumpsuit“ geheiratet. Wir lesen bei Wikipedia, in der Damenmode sei das nun ein Hosenanzug für Frauen. Ursprünglich aber sei „Jumpsuit“ die Bezeichnung für den „Springeranzug der Fallschirmjäger“ gewesen. Auch „Druckanzüge für Piloten hoch fliegender Kampfjets“ sowie „Overalls für Skifahrer und Sträflinge“ würden so bezeichnet. Alles in allem kein schlechtes Omen: Fallschirmjäger, Kampfjets, Skifahrer – runter kommen die immer.

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Nochmal Thema Mode: Digital-Staatsministerin Dorothee Bär (CSU) sorgte kürzlich bei der Gala zum Deutschen Computerspielpreis mit einem „ungewöhnlich knalligen Outfit“, so der Berliner Tagesspiegel, für Aufsehen: Latexkleid, hellblau-rosa Rock, Oberteil pink. Latexkleid: Wir Älteren erinnern uns wohlig an die Latexhandschuhe der schönen Landrätin Gabriele Pauli, die 2007 Stoiber als bayerischen Ministerpräsidenten stürzte. Bei Dorothee Bär ging der „Spiegel“ nun verschärft in die Tiefe und sprach von „Lammnappaleder“. Morgens Papa//abends Nappa, Latex drumherum? Dorothee hieß mit Mädchennamen „Mantel“ und ihr Ehemann Oliver Bär ist seit 2014 auch Landrat, in Hof. Wieder mal hängt alles mit allem zusammen.