Breidenbachs Woche: Mag Söder vegane Kondome?

Seehofer und Söder. Christkind und Knecht Ruprecht? Archivfoto: dpa

Auf Weinachtsmärkten gibt’s ja praktisch alles. Zumal in Franken. Alte Bauernregel: lieber Unterfranken als Oberbayern. Und in Nürnberg haben sie jetzt ein neues Christkind....

Anzeige

. „Einbruch bei Oliver Kahn“ lesen wir bei „Bild“. Tor-Hüter sind also auch nicht mehr das, was sie mal waren.

*

Nürnberg liegt in Bayern und, was für die Nürnberger weit wichtiger ist, in Franken. Die Stadt ist unter anderem berühmt für ihren Christkindlesmarkt und als Geburtsort von Markus Söder und Albrecht Dürer, in dieser Reihenfolge. Und seit vergangenem Montag ist der Söder jetzt das Christkind der CSU. Für Seehofer, Magic Horst, wie ihn manche mal nannten, bleibt nur die Rolle des Knecht Ruprecht, der mit dem Sack auf dem Buckel, also ziemlich die Arschkarte. Söder werde Seehofer als Ministerpräsident „beerben“, schreibt die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Wir weinen. Wird der Horst jetzt als Untoter herumspuken?

*

Anzeige

Franken liegt jedenfalls voll im Trend. Und Würzburg liegt in Unterfranken. Lieber Unterfranken als Oberbayern – alte bayerische Bauernregel. Wir lesen bei dpa: In Würzburg gibt es einen alternativen Weihnachtsmarkt mit veganen Produkten. Zum Beispiel: Kondome aus Naturkautschuk-Latex. Vorstand Oliver Volkmuth vom Verein „Veganes Würzburg“ bezieht wie folgt Stellung: „Wir sind keine Missionare. Wir wollen nicht mit der Brechstange arbeiten.“ Interessant formuliert. Wie der Franke Söder dazu steht, wird er sicher in seiner Regierungserklärung kund tun.

*

Wir Älteren kennen das Spiel: Leute gehen um Stühle herum, auf ein plötzliches Kommando müssen sich alle auf einen Stuhl setzen, einer ist der Depp, denn es gibt einen Stuhl zu wenig. Name: Reise nach Jerusalem. Nun hat wohl jemand Donald Trump, dem Weltmeister im Stuhlgang-Produzieren, von dem Spiel erzählt. Reise nach Jerusalem. Er hat‘s natürlich falsch verstanden und voll verk.... Laut Basler Zeitung sind seit Trumps Amtsantritt die Preise in Trump-Hotels abgestürzt. Trump-Hotels würden sich, kein Scherz, mit Millionen vom Namen „Trump“ freikaufen. Kauft sich die CSU, also Bayern, nun vom Namen Seehofer frei? Böse Zungen behaupten, es dürfe dann nicht mehr Starnberg See heißen, und auch nicht mehr Hofbräuhaus.

*

Eigentlich sollte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann gegen Söder kandidieren. Das ließ er bleiben. Die Süddeutsche Zeitung schreibt: „Söder und Herrmann hatten ein Vieraugengespräch.“ Wir kennen exklusiv den Inhalt. Söder zu Herrmann: „Irgendwann, vielleicht auch nie, werde ich dich bitten, mir eine Gefälligkeit zu erweisen.“ Und: „Entweder Deine Unterschrift kommt auf den Vertrag über meine Ministerpräsidentschaft, oder Dein Gehirn.“ Hernach sprach Herrmann laut Süddeutscher davon, er wolle Brücken bauen. Klar. Lieber Brücken bauen als unter einer zu liegen, tief unten, bei Luca Brasi und den Fischen.

Anzeige

*

Die Süddeutsche erzählt jetzt natürlich noch mehr Schwänke. Söder, ein Verehrer Edmund Stoibers, trat 2016 bei der Fastnacht auf, als Stoiber verkleidet und maskiert, und Söders Ehefrau als Stoibers Ehefrau. Beide Ehefrauen heißen Karin. Daraus ließe sich was machen, aber wir bleiben jugendfrei. Nur so viel: Nichts ist so peinlich wie nachts um Vier den falschen Vornamen zu artikulieren. Diese Gefahr ist bei einer Karin-Karin-Situation schon mal gebannt. Eine Karin-Karin-Situation ist quasi die bayerische Win-Win-Situation. Umgekehrt ist nicht überliefert, dass Edmund Stoiber jemals als Söder aufgetreten wäre. Logisch, denn Edmund Stoiber feierte seine größten Erfolge immer in der Rolle des Edmund Stoiber. Gegen Stoiber als Stoiber haben selbst die größten Verkleidungskünstler und Kabarettisten keine Chance.