Costa Rica - das ist mehr als aromatischer Kaffee

Costa Rica jubelt - überraschend ziehen die Mittelamerikaner schon nach Spiel zwei in der "Todesgruppe" ins Achtelfinale ein. Foto: dpa

Die Mittelamerikaner mischen die Fußball-Welt auf. Die Ex-Weltmeister Uruguay und Italien sind besiegt. Ex-Weltmeister und Danach-Heimfahrer England soll es nicht anders ergehen.

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. Von Carsten Schröder

Denke ich an Costa Rica, dann denke ich an Kaffee. Unten, am Meer, da liegt die "Reiche Küste" - Costa Rica eben. Und oben, im Hochland, da gedeiht ein Kaffee, den nicht wenige zu den besten Sorten der Welt zählen. Gemischt mit ein paar Bohnen aus Kenia - noch eine Top-Adresse in Sachen Kaffee - war die braune Brühe schon in den 80ern fast in aller Munde. In die Tasse kam der Costa-Rica-Kenia-Blend.

Feines Füßchen, klasse Keeper

Und Fußball? In aller Munde sind seit zehn Tagen auch "Los Ticos", sprich die Nationalkicker aus dem zentralamerikanischen Land. Was die Welt seit dem klasse 3:1-Sieg über Mitfavorit Uruguay, als WM-Sieger von 1950 in Brasilien ja sowas wie der Titelverteidiger, und dem folgenden 1:0 über Italien nun auch weiß, das ist: In Costa Rica können sie sogar ganz toll kicken. Bei Mainz 05 hatten sie das ja schon geahnt, als sie Außenverteidiger Junior Diaz an den Bruchweg lotsten.

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Aber heute weiß die ganze Welt: Da gibt es auch einen Christian Bolanos, der ein ganz feines Füßchen hat und damit unter anderem ganz präzise und somit gefährliche Freistöße treten kann (die "nur" noch einen erfolgreichen Abnehmer brauchen). Im Kasten steht mit Keylor Navas ein klasse Keeper, der schon die Urus zur Verzweiflung brachte und durch die Azzurri gleich gar nicht mehr zu bezwingen war. Zudem rennt vorne mit dem 21-jährigen Joel Campbell ein echter Zauberfuß umher. Und wenn das noch nicht reicht, dann hält eben Kapitän Bryan Ruiz erfolgreich die Rübe hin.

Kaffee gegen Tee

In der Summe stehen nun 4:1 Tore. Eingebracht haben diese der Truppe von Trainer Jorge Luis Pinto stolze sechs Punkte - und zum zweiten Mal nach 1990 den Einzug ins Achtelfinale. Vorzeitig sogar. In einer Vorrundengruppe, in der es schon spannend genug schien, dass von den ehemaligen Weltmeistern Uruguay, Italien und England einer auf der Strecke bleiben würde, kann dies ganz sicher als Sensation einsortiert werden. Vor dem letzten Spieltag ist Fakt: Nur einer der ehemaligen Weltmeister wird Costa Rica in die K.o.-Runde begleiten. Im direkten Duell werden das Uruguay und Italien unter sich ausmachen. Für England als dem letzten Gruppengegner der Kicker aus dem Kaffeeland wird es auf die Heimfahrt gehen. Auf der Insel trinken sie ja sowieso nur Tee.

Im nächsten Beitrag widmen wir uns der Elfenbeinküste.