Der Hügel bebt

In Bayreuth plagen die Kanzlerin Klamottenprobleme. Aber demnächst wird die Auswahl von Kleidern, wie Wahlen generell, abgeschafft.

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. Wir berichteten früher ja schon über das segensreiche Wirken der Rache-Agentur "Ständige Armut", manchen auch als Rating-Agentur "Standard & Poor‘s" bekannt. Jetzt haben deren Kumpels von der Rache-Agentur "Moody‘s" zugeschlagen. Das Unternehmen "Moody‘s" hat eine Umsatzrendite von 40 Prozent. Noch rentabler arbeiten nur Leute wie Luca Brasi, aber der schläft jetzt bei den Fischen. "Moody‘s" hat gedroht, unser aller Kanzlerin ihr Badewannen-Quietsche-Entchen wegzunehmen...Kleiner Scherz. Männerphantasien bei 40 Grad im Schatten. Also, es geht darum, dass Deutschland nicht mehr "Aaa" kreditwürdig sein soll. "Moody‘s" kennt sich da super aus. Wikipedia schreibt: "Moody’s war wesentlich an der Bonitätsbeurteilung der verbrieften Hypothekenkredite in den USA beteiligt. Diese Hypothekenform war eine wesentliche Ursache der Finanzkrise 2008." Großartig.

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Angela Merkel bei den Bayreuther Festspielen. Der Hügel bebt, der Festspielhügel. Heftigste Debatten: Sie trug ein Kleid, das, abgesehen von der Farbe, genauso aussah wie das von 2008. Dasselbe? Oder nur das gleiche? Böse Zungen behaupten nun, Bayreuth erwäge 2013 ein Experimental-Projekt in Anlehnung an den berühmten Film "Matrix Reloaded": "Mutti Reloaded".

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Wahlrecht. "Wahlrecht?", werden unsere jüngeren Leser entsetzt fragen. Nein, rufen wir da mit letzter Kraft, das ist nicht die qualvolle Entscheidung zwischen iPad, Tablet, Ecstasy und Sex vor der Ehe. Schauen wir in die Geschichte. Früher war alles viel einfacher. Wilder Westen. "Diese Stadt ist zu klein für uns beide, Fremder." Rumms. Nix Wahl, da blieb wie von selbst immer nur einer übrig. "Urnengang" war da etwas ganz anderes als heute, und "Überhangmandat" bedeutete "Hängt ihn höher" - wobei man ja auch heute noch von "Hangtätern" spricht.

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Es wäre zu überlegen, ob man sich auch heutzutage diesen ganzen teuren Quatsch mit den Wahlen spart und die Sache lieber in Duellen, Mann gegen Mann, Frau gegen Frau, am liebsten aber Mann gegen Frau austrägt. Zum Beispiel auf der Ringkampfmatte, wobei natürlich die SPD mit Sigmar Gabriel - schwer, aber klein und wahrscheinlich nicht sehr kräftig - gegen unser aller Kanzlerin wohl chancenlos wäre. Falls jemand gesucht wird, der sich mit Sahra Wagenknecht auseinanderzusetzen hätte, egal, ob Freistil oder griechisch-römisch - wir würden uns da völlig selbstlos freiwillig melden, um der guten Sache willen. In einer Härtefallregelung könnte man zulassen, dass sich einzelne Politiker für andere Arten der Auseinandersetzung entscheiden, zum Beispiel Seehofer, Magic Horst, wie wir ihn nennen, für Fingerhakeln, Philipp Rösler für Kung Fu, Dirk Niebel, Little Aladin, wie wir ihn nennen, für Teppich-Wettknüpfen.

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Aber nochmal zurück zu dieser Terminologie, schockierend! Überhangmandate! Was hängt denn da über? Denkt man da nicht unwillkürlich an Leute im Liegestuhl, wo im Sommer, da die Stunde der Wahrheit schlägt, links und rechts Kilos herausquellen? An Leute wie Reiner Calmund, oder an seinen Bruder im Fleische in der Politik, den neuen Umweltminister Peter Altmaier, Muttis Little Buddah, wie wir ihn ab sofort nennen? "Negatives Stimmgewicht" - Hallo? Assoziieren wir da nicht einen schlanken, aber extrem in die Negativschlagzeilen geratenen jungen Menschen wie unseren Außenminister Westerwelle, Flying Guido, wie wir ihn nennen? Dann gibt es "Zusatzmandate für Rundungseffekte". Nun, wir schätzen, das liegt irgendwo zwischen "Überhangmandate" à la Altmaier und "negatives Stimmgewicht", also die Ebene: noch nett, aber Vorsicht vor weiteren Kilos, mit anderen Worten: so die Richtung unserer Verbraucherschutzministerin, der Aigner Ilse, die uns aber im Prinzip sehr sympathisch ist. Nicht zuletzt: "Reststimmenverwertung" - ist das etwa Muttis Resterampe? Also die Truppe Friedrich Merz, Edi Stoiber, Nicolas Sarkozy, Norbert Röttgen? Furchtbar, dieses Wahlrecht.

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Die Jugend der Welt trifft sich wieder mal, gut so, Swinging London war schon immer eine gute Adresse. In jeder Beziehung. Olympische Spiele - und die bösen Zeitungen haben nichts Besseres zu tun, als über Gen-Doping zu reflektieren. Die "Welt" zitiert die "Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin": Bei Mäusen führe schon ein einmaliger Gentransfer zu beachtlich mehr Muskelmasse, "diese Tiere beeindrucken mit deutlich erhöhten Körperkräften." Gut, irgendwie kommt uns das bekannt vor, war das nicht die Comic-Serie "Tom & Jerry"?

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Ferner: Auch Javaneraffen hätten "bei Studien am Zentrum für Gentherapie in Columbus (Ohio) mit einem deutlichen Zuwachs an Muskelmasse reagiert". Was wir im Zeichen des Tierschutzes absolut gutheißen, ist, dass man jetzt offenbar Affen am Zentrum für Gentherapie in Columbus studieren lässt. Generell muss man aber sagen: Wenn Sie, verehrte Leserinnen und Leser, in den nächsten Tagen bei den Olympischen Spielen in London Mäuse sehen, die 100 Meter Delphin unter 30 Sekunden schwimmen und Javaneraffen, die 400 Meter Hürden unter 40 Sekunden laufen, dann nehmen Sie eine Beruhigungstablette und schalten Sie um auf "Tom & Jerry". Da weiß man wenigstens, woran man ist.