Der Klub der Unverabschiedeten

Darf Elkin Soto gegen die Hertha seine Kollegen während des Spiels auf dem Rasen abklatschen? Archivfoto: dpa

Bei der letzten Saisonpartie gegen Hertha BSC verabschiedet der FSV Mainz 05 mit Manager Christian Heidel und Publikumsliebling Elkin Soto zwei ganz große Nullfünfer. Nicht...

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. Von Julia Sloboda

Am letzten Spieltag werden Tränen fließen in der Coface Arena – unabhängig vom Ergebnis des Bundesliga-Spiels des FSV Mainz 05 gegen Hertha BSC. Denn traditionell ist das letzte Heimspiel einer Saison der Tag des Abschiednehmens, der Tag der Emotionen. Diesmal verlässt Christian Heidel nach 24 Jahren als Manager den Verein. Und Publikumsliebling Elkin Soto kehrt nach knapp zehn Jahren in Mainz in seine Heimat Kolumbien zurück. Die 05-Fans werden den beiden einen Gänsehaut-Abschied bereiten. So wie 2015 dem Ehrenspielführer Nikolce Noveski. So wie in den Jahren zuvor vielen verdienten Mainzer Fußballern.

Doch gab es in den vergangenen Jahren auch viele Spieler, die einen solchen Abschied ebenfalls verdient gehabt hätten, ihn aber nicht bekommen haben. Was einfach der Tatsache geschuldet war, dass ihr Abgang am letzten Spieltag noch nicht festgestanden hatte. Dieses Schicksal kann in diesem Jahr beispielsweise Christoph Moritz treffen. Der Mittelfeldspieler sucht für die neue Saison intensiv nach einem neuen Verein. Moritz war drei Jahre lang ein echter Gewinn für die 05er. Nicht nur auf dem Feld, sondern auch außerhalb. Kaum ein Bundesliga-Profi ist so geerdet wie der 26-Jährige, kaum einer so höflich, kaum einer so freundlich. Und als Profi ist Moritz ein exzellenter Techniker, der nach einer langwierigen Rückenverletzung in Mainz nicht mehr die Spielpraxis erhielt, die er zum Erreichen seiner Bestform benötigt.

Auch andere Profis werden in der nächsten Saison vermutlich nicht mehr das 05-Trikot tragen, darunter auch einige aktuelle Ausgeliehene wie der langjährige Stammspieler Niki Zimling. Einen tosenden Abschiedsapplaus und ein Dank der Fans wird ihnen nicht zuteil werden. Aber vielleicht denken die Anhänger am Samstag auch an diese Spieler. Wenn sie das ein oder andere Tränchen vergießen.