Die Sache mit den (fehlenden) Fans

Julian Baumgartlinger (li.) geht mit Paderborns Uwe Hünemeier in den Zweikampf. Beim 5:0-Erfolg der Mainzer bleiben einige Plätze (siehe Hintergrund) leer. Foto: dpa

"Da hätten wir doch gleich am Bruchweg bleiben können", sagen die einen. Es ist kalt und Fastnacht, sagen die anderen. Dass derzeit nur rund 25.000 ins 05-Stadion pilgern, hat...

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. Von Carsten Dietel

Es ist Winter, es ist kalt und es ist ungemütlich, bei solchen Bedingungen ins Fußballstadion zu gehen. In Mainz kommt ein weiterer Grund dazu, warum derzeit weniger Fans als von Vereinsseite gewünscht den Weg ins Stadion finden: Es ist Fastnacht. Und damit hat sogar der selbst ernannte Karnevalsverein ein kleines Problem. Nur rund 25.000 Zuschauer werden stand heute zum Bundesligaspiel gegen Hertha BSC erwartet. "Das ist kein Problem, das wir alleine haben. Wir waren in Hannover auch so ziemlich unter uns", merkt 05-Manager Christian Heidel süffisant an. In Mainz mag das sicher auch mit der Fastnacht zu tun haben - um 18.11 Uhr geht's meistens los - "wobei das in den Jahren zuvor auch so war, und wir da sicherlich ein paar Zuschauer mehr hatten", schränkt er ein.

Doch die Liga im Gesamten und die 05er im Besonderen jetzt in eine Zuschauerkrise zu reden kommt sicher nur denen in den Sinn, die bei Zuschauerzahlen unter 25.000 ihr Totschlag-Argument vorbringen: "Da hätten wir ja gleich am Bruchweg bleiben können."

Frostiges Klima, aber ordentlicher Start

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Sicher wären auch zu einem frostigen Februar-Kick in der Fastnachtszeit mehr Fans in die Coface Arena gekommen, wenn die 05er in der Hinrunde den einen oder anderen Punkt mehr an Land gezogen hätten, doch man darf nicht vergessen, dass sich die Mannschaft nach dem Trainerwechsel in einer Umbruchsphase befindet. Und dafür sind Geis, Baumgartlinger und Co. mit vier Punkten nach der Winterpause und einem Torverhältnis von 6:1 doch mehr als achtbar aus den Startlöchern gekommen. "Wenn wir gegen Hertha auch noch gewinnen, können wir von einem erfolgreichen Start reden", sagt Heidel.

Dann könnte seine Mannschaft am folgenden Freitag befreit nach Dortmund aufbrechen. Dorthin, wo der ehemalige Mainzer Coach Jürgen Klopp mit einer Startruppe zeigt, dass Abstiegskampf eben etwas ganz Spezielles ist. Etwas, das ein Uwe Hünemeier wesentlich besser kann als ein Mats Hummels, der seine ganze Profikarriere lang nicht um den Klassenerhalt gebangt hat. Einziger echter Vorteil des BVB: Von einem Zuschauer-Problem kann bei den Westfalen beileibe keine Rede sein.