Guter Fußball statt Hysterie

05-Trainer Thomas Tuchel. Foto: dpa

Thomas Tuchel und Jens Keller haben mehr gemeinsam, als man gemeinhin denkt. Ihr letztes Aufeinandertreffen war geprägt von Hype und Hysterie im Umfeld. Am Freitag wird es wohl...

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. Thomas Tuchel und Jens Keller haben mehr gemeinsam, als man gemeinhin denkt. Beide haben die mittlerweile berühmte "Trainerschmiede" des VfB Stuttgart durchlaufen; dabei war der Jüngere (Tuchel/40) dem Älteren (Keller/43) meistens einen Schritt voraus. Das galt auch für den Sprung auf die Bundesliga-Trainerbank: Tuchel schaffte das 2009 bei Mainz 05, Keller 2010 beim VfB und dann 2012 erneut beim FC Schalke 04.

Wenn sich die beiden Trainer mit den schwäbischen Wurzeln an diesem Freitag in Gelsenkirchen gegenüberstehen, sitzen sie beide ziemlich fest im Sattel. Das war bei ihrer letzten Begegnung auf Schalke zumindest in einem Fall noch ganz anders: Am 18. Dezember 2012 warfen die Mainzer die Königsblauen mit 2:1 aus dem DFB-Pokal. Es war Kellers erstes Spiel als Chefcoach, und wenn man vielen Blättern glauben durfte, dann war er da schon so angezählt, dass er keine zwei Monate (seine Verweildauer in Stuttgart) im Amt überstehen würde.

Seltsame Gerüchte im Blätterwald

Auf der anderen Seite stand Tuchel. Der war damals so erfolgreich, dass ihn einige Medien massiv nach Schalke schreiben wollten. Das Unterfangen scheiterte letztlich daran, dass a) Keller mit Schalke die Kurve kriegte - und vor allem daran, dass b) Tuchel in nie gehörter Deutlichkeit und Schärfe alle Wechselgerüchte aus der Welt redete. Beim Pokalspiel in Schalke musste er kurz vor Schluss in die Kabine, weil er Jermaine Jones nach einem rüden Tritt auf dem Spielfeld die Meinung gegeigt hatte. Wilde Zeiten waren das damals.

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Und heute? Jones ist weg, Keller hat alles im Griff, Tuchel kann in Mainz weiter ungestört tüfteln (was er ja am liebsten tut). Fazit: So hysterisch wie damals wird der Hype rund um das Spiel am Freitag wohl kaum werden. Dafür spielt der Vierte gegen den Siebten, beide haben aus ihren letzten sechs Spielen zusammen 29 Punkte geholt. Das verspricht vor allem eins: guten Fußball. Und nur darum sollte es schließlich gehen.