Mayen oder Moskau - Hauptsache Sibirien

Ein russischer Investor hat den Weg zum Nürburgring gefunden. Foto: dpa

Die Eifel entpuppt sich als ideales Ausflugsziel für Pillendreher aus Nowosibirsk. Jetzt hoffen sie am Nürburgring, dass endlich mal was Gescheites auftaucht, wo doch bislang...

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. Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat damit gedroht, dass es bald nur noch wenige Bundesländer geben könnte. Der saarländische Kabarettist Gerd Dudenhöffer hätte seinen Heinz Becker wahrscheinlich sagen lassen: "Ähs Annegret hat Fieber und muss beim Dokter unnersucht genn." (Auf deutsch: untersucht werden.) "Ähs" bedeutet "das", die neutrale Form nimmt der Saarländer gerne für Frauen, in Sonderheit für seine eigene. Was sich viele gewünscht hätten, was das Annegret aber garantiert nicht gemeint hat, ist, dass das Saarland in seiner Gesamtheit einen Ausreiseantrag stellt und Asyl auf Mallorca beantragt, weil man zuhause rassistisch verfolgt werde.

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Oettinger, Günther, the Englishman, wie wir ihn nennen, hat jetzt dem wunderbaren Handelsblatt erklärt, wie er die fünf Jahre seiner EU-Kommissariatszeit herumbringen will. Er ist ja bekanntlich zuständig für Handel und Digitales, Digital Natives und so. Günther, der digitale Naive nennen ihn manche schon. Er kümmert sich um das Urheberrecht, clock-lifter-right, wie der Fachmann sagt. Allerdings müsse man erst einmal definieren, "was geistiges Eigentum überhaupt ist", so Oettinger. Nun, das fragen sich Menschen, die seit Jahrzehnten mit Oettinger zu tun haben, schon lange. Eines weiß der Günther: "Am Ende steht dann eine Vergütung", on the finish stands afterwards a vergoodening. Unsere Vermutung: Er denkt, man wird in Zukunft für Internet-Nutzung den einen oder anderen Euro in einen Schlitz werfen müssen, der sich künftig rechts an der Seite von Computern und Laptops befinden wird. So ähnlich wie ganz früher, wo man Zehnpfennig-Stücke in die Gasuhr werfen musste. Der Günther hat auch schon festgestellt, dass schon jetzt an Laptops seitlich so Fächer sind; er hatte gedacht, die wären, um entweder Single-Schallplatten oder Videokassetten reinzudrücken. Aber nein: Dahinein müssen Hardcore-User künftig den einen oder anderen Schein schieben.

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Wir haben gewartet und gewartet, was da los ist in Schweden mit dem unbekannten, angeblich russischen U-Boot. Wir vermuteten rasch: Unsere Verteidigungsministerin von der Leyen, wir nennen sie nicht umsonst U-Boot-Ursula, wolle verhindern, dass das letzte U-Boot der Bundesmarine, von dem Fachleute glauben, es sei bei Dreharbeiten zu dem Film "Das Boot" in La Rochelle so schwer beschädigt worden, dass es nur dank der Einnahmen aus einem Benefizkonzert von Herbert "Leutnant Werner" Grönemeyer notdürftig restauriert werden konnte, dass dieses Boot also auch noch wegen Mängeln auf dem Schrottplatz landet. Das wollte die Ministerin verhindern, und sie floh an Bord des Bootes Richtung Saarland, kein Mensch weiß, warum, geriet aber vor die schwedische Küste. Dachten wir.

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Dort war dann, überall nachzulesen, viel Hektik. Schlaumeier hatten vermutet, es handele sich nur um einen Werbecoup von Ikea, um ihr neues Wasserbett "BLUBB" zu promoten. Lebst Du noch oder tauchst Du schon? Wie immer lieferte "bild.de" die anschaulichsten Informationen. Konter-Admiral Anders Grenstad sagte: "Jemand hat schwedisches Territorium verletzt." Na, klar, Alder, aber vielleicht war‘s nur ein Elch? Die Zeitung "Aftonbladet" (komischer Name, gefährlich beim Aussprechen) berichtet, ein schwedisches Militärboot sei mit einem russischen Sender kollidiert. Daher der Name Piratensender. Der schwedische Oberbefehlshaber Sverker Göranson erklärte dagegen, es habe sich um eine Boje gehandelt. Okay: Sender plus Boje, das kann in der Summe nur eine Heulboje gewesen sein, und das heißt mal wieder: Elvis lebt! Zur Erhaltung seiner Fitness taucht er regelmäßig vor Schweden, um incognito seine Kumpels von ABBA zu besuchen. Umstritten war auch die Stelle, wo das angebliche U-Boot sei. Als wir von "bild.de" erfuhren: in der Nähe des "Jungfrufjärden", war uns klar: Jungfru? Vergesst es. Da könnt ihr lange suchen.

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Aber dann die Sensation: Es war doch ein russisches U-Boot, das aber vorsichtshalber unter Schweden und dem Saarland durchgetaucht und am Nürburgring gestrandet ist. An Bord: Tonnenweise Schmerzmittel, spendiert vom Pharma-Milliardär Viktor Charitonin, der den Laden kauft. Alles wird gut. Kohle ist garantiert bei Pharma, und dass es dann statt "Grüne Hölle" vielleicht "Blaues Viagra" heißt - es gibt Schlimmeres. Vor allem: Laut "www.bloomberg.com" hat Charitonin in Nowosibirsk (Sibirien) studiert. So einer überlebt vielleicht sogar den Nürburgring.