Michelle, ma belle

Naaa? Sei ihr auch alle noch da? Und jeder noch schön an seinem Platz? Christian? Philipp? Bettina I. (Wulff), Bettina II. (Schausten)? Vor allem: Was macht denn eigentlich...

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. So. Wenn‘s der Wulff nicht macht, dann machen wir‘s. Die große rückhaltlose umfassende Entschuldigung, die wir selbstverständlich auch ins Netz stellen: Wir hatten in der vergangenen "Woche" geschrieben, Caesar habe 49 nach Christus den Rubikon überschritten. Das war natürlich grottenfalsch, es musste heißen: 49 vor Christus. Gaius Julius Caesar wurde 100 vor Christus geboren und starb schon mit 56, was uns insofern nachdenklich stimmt, als wir auch in diesem Alter, respektive schon leicht drüber sind. 49 nach Christus war er also schon lange tot, was natürlich echt ein Hinderungsgrund ist, den Rubikon zu überschreiten. Erfreulich viele Leser haben‘s gemerkt und uns darauf aufmerksam gemacht, die allerallermeisten zuneigungs¬voll, gaaanz ganz wenige hämisch bis gehässig. Das ehrt uns. Natürlich sind wir überhaupt nicht nachtragend. Allerdings vergessen wir auch nichts. Aber jetzt mal im Ernst. Ist natürlich ein existenzieller Unterschied, vor oder nach, da werden Sie uns sicher zustimmen, verehrte Leserinnen und Leser über 18, wenn Sie mal ein paar gängige Situationen des täglichen Lebens reflektieren. Also.... zum Beispiel..... das Finanzamt. Gewinn vor Steuern oder nach Steuern, da heißt der Unterschied bisweilen Insolvenzverfahren. Wir wissen, dass das jetzt ein schwieriger Vergleich ist, aber wir lasen davon, dass Ähnliches für manche Männer gelte: vor dem Schuheinkauf ihrer Angetrauten oder danach.

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Womit wir mal wieder echt bei einem guten Thema wären. Am vergangenen Sonntag wurde Stephen Hawking 70, Astrophysiker, mutmaßlich eins der größten Genies der Gegenwart. Auf die Frage der Zeitschrift "New Scientist", worüber er am meisten nachdenke, antwortete er, das allergrößte Rätsel der Menschheit seien für ihn Frauen. Nun, nachdem wir zwei Stunden vor Freunde geweint haben, warnen wir, professionell wie wir sind, dann doch vor derart absoluten Aussagen. So ist zum Beispiel gar nicht bekannt, ob Stephen Hawking schon mal den Namen "FDP" gehört hat. Aber lassen wir den Satz einfach mal so im Raum schweben. Schon vor 30 Jahren dachte Hawking sehr intensiv über die Frage nach, ob es einen Gott gebe. Die Thematik "Frauen - Rätsel" im Hinterkopf, könnte Hawking sich dann allerdings vom klassischen Feminismus gedanklich befruchten lassen, nämlich von dessen Hauptthese: "Als Gott den Mann schuf, übte sie nur." So hängt mal wieder alles mit allem zusammen.

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A propos Frauen. Herrschaften, es kommt jetzt knochenhart. Doris Schröder-Köpf, derzeitige Ehefrau des ehemaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder (SPD), will 2013 für den Landtag kandidieren, und zwar in Niedersachsen. Nun könnte man sagen: Okay, da war Wulff mal Ministerpräsident, also warum nicht. Gerd Schröder hält sich ziemlich bedeckt, aber böse Zungen meinen, das sei jetzt seine Rache. Ob an der CDU oder an der SPD, das ist unklar. Wir sagen: Gerd bei Gazprom, Doris bei der SPD im Landtag, da erscheint uns der Begriff "Ehegatten-Splitting" in ganz neuem Licht.

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Damit aber nicht genug. Wir kennen doch noch alle Franz Müntefering. SPD, Sauerland. Und dann ist da auch noch Michelle Müntefering. Wie meinen? Nein!! Das ist nicht seine Tochter!!! Leute, reißt euch zusammen. Gut. Sie ist 40 Jahre jünger als er. Aber wie heißt dieser besonders üble Macho-Spruch über jüngere Ehefrauen? Älter werden sie von selbst. Also zerreißt euch nicht das Maul, ihr seid doch bloß neidisch. Worum es eigentlich geht: Michelle Müntefering will für den Bundestag kandidieren. Für die SPD. Womöglich ein ähnlich spektakuläres Event wie die Hochzeit 2009 auf der Zeche Zollverein in Essen. Weltkulturerbe. Vielleicht wird Franz Müntefering ja auch mal Weltkulturerbe. "Welt online" schrieb damals, am 12. Dezember 2009, Michelle und Franz seien getrennt zur Hochzeit gekommen. Na gut. Immer noch besser als Hochzeiten, bei denen Braut und Bräutigam getrennt gegangen sind. Oder bei denen einer von beiden überhaupt nicht gekommen ist. Oder beide nicht. Glückauf.

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Und noch was Lehrreiches zum Schluss. "Non scholae, sed vitae discimus", "nicht für die Schule, für das Leben lernen wir", heißt ein alter Sinnspruch. Die Nachrichtenagentur Agence France Press (AFP) teilt uns mit: "Lehrer bastelt mit Schülern Rohrbomben". Die Lübecker Staatsanwaltschaft ermittelt. Die Begriffe "Klassenziel verfehlt", "Pisa-Schock" und "Spätzünder" bekommen da eine ganz neue Bedeutung. Ob es sich um Integrierte Ganztagssprengkörper (IGS II) handelte, wurde nicht mitgeteilt. Jener Lehrer scheint da echt ins Schwarze zu treffen, er genieße weiter das Vertrauen von Schulführung und Eltern, so AFP. Bei uns damals hat es noch gereicht, wenn der Hausmeister nach der großen Pause auf dem Schulhof das Papier aufgesammelt hat. Heutzutage müssen sie wahrscheinlich den Kampfmittelräumdienst rufen.