Nico Rosberg auf der Schiersteiner Brücke?

Nico Rosberg in seinem Formel-1-Flitzer. Und hier will Mercedes jetzt Abgase messen? Foto: dpa

Mercedes lässt seine Abgastests jetzt in der Formel 1 durchführen. Ganz vorne dabei: Einer aus Wiesbaden. Der SPD geht’s weniger gut. Sigmar Gabriel würde so gerne mal...

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. Die SPD liegt jetzt bundesweit in Umfragen stabil bei 19 Prozent. Viele in der Partei haben es immer noch nicht verkraftet, dass die SPD im Bund mitregieren soll – und das, obwohl Helmut Schmidt doch tot ist. Der größte Schock war aber doch der Bundesparteitag 2009. Da hörten die Genossen auf der Straße: „Gabriel ist jetzt Parteivorsitzender!“ Da haben sich alle ganz toll gefreut – bis sie merkten, nein, es ist nicht G u n t e r Gabriel („Hey Boss, ich brauch‘ mehr Geld“). Der andere, Sigmar, ist jetzt auch Vizekanzler und Energieminister, was man manchmal gar nicht glauben möchte. Seit 2012 ist er mit einer Zahnärztin verheiratet, seit 2013 mit Angela Merkel im Kabinett, und jetzt möchte er einfach nicht mehr gequält werden, keine bohrenden Fragen. Menschlich irgendwo verständlich. Nun kann man sich das so vorstellen: Mikado, wir Älteren kennen das noch. Holzstäbchen liegen kreuz und quer übereinander, man muss eins nach dem anderen abräumen, aber wenn sich dabei ein anderes Stäbchen bewegt, hat man verloren. Deshalb gibt es jetzt ein neues Spiel: „SPD-Mikado“. Wer sich, wenn Gabriel abgeräumt wird, als erstes Stäbchen bewegt, muss 2017 gegen Merkel antreten. Einziger Trost: Das bedeutet nicht gleichzeitig, dass diese Person beim Gran Brüh Eurovision Chamsom, auch als European Song Contest (ESC) bezeichnet, dann Deutschland vertreten und damit ins Elend reißen muss.

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Im „Spiegel“ hat sich Gabriel zum Thema SPD-Kanzlerkandidatur jetzt gewünscht, dass es „zwei oder drei Leute gäbe, die sagen: Ich traue mir das zu.“ Böse Zungen behaupten, bei der SPD-Basis habe das eingeschlagen wie eine Bombe: „Wo sind die, wie heißen die?“ Erste Mutmaßungen gingen in Richtung Oskar Lafontaine und Winfried Kretschmann. Steinbrück hat vorsichtshalber zumindest mal seine Kontonummer hinterlassen. Der stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel hat seine Partei bei dieser Gelegenheit aufgefordert, „den Konflikt mit der Union“ zu suchen. Wer es noch nicht weiß: Schäfer-Gümbel ist seit 2009 hessischer SPD-Landeschef. Zwei Markenzeichen: Brille – Fielmann und folgende Geschichte, die persifliert wird: Die SPD holt bei der hessischen Landtagswahl die absolute Mehrheit. Nach mehrwöchigen Koalitionsverhandlungen mit sich selbst erklärt Schäfer-Gümbel: „Die Gespräche sind gescheitert, wir werden nicht regieren.“ So viel zu Konflikten.

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Unterdessen setzt Mercedes seine Abgastests bei Formel 1-Rennen fort. In Barcelona ging das so weit, dass Lewis Hamilton und Nico Rosberg „im Parallelflug ins Kiesbett rauschten“, wie die FAZ jubelte. Parallel – da bekommt das Wort „Synchrongetriebe“ eine neue Bedeutung. Alte Autofahrerregel: Wer bremst, hat Angst. Nun muss man eins wissen: Nico Rosberg wurde 1985 in Wiesbaden geboren! Heißt: Einparken auf die ganz harte Tour wurde ihm in die Wiege gelegt. Wissenschaftler sprechen vom „Wiesbaden-Gen“. Nicos Vater Keke war 1982 Formel 1-Weltmeister und ist Finne. Deshalb spricht man von „finishen“, wenn man erfolgreiche Zieleinläufe meint. Also ohne Kiesbett.

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Es wurde aber gar nicht viel Geschrei gemacht. Per Fax kleine Unfallmeldung an die Haftpflichtversicherung, okay, der Schadensfreiheitsrabatt ist natürlich im Eimer. Die Fahrer regeln das intern, indem Rosberg dem Hamilton das nächste Mal vor dem Rennen in den Tank pinkelt. Banale Entschuldigungen wie „Du hast vor dem Überholen nicht geblinkt“ oder „der Liegesitz ist aus Versehen runtergegangen“ sind auf diesem Niveau ohnehin tabu. Interessant für Kenner: Es gibt bei solchen Rennen ein Startprogramm, (wo sie bei den Abgaswerten bescheißen), und einen Rennmodus (wo sie bei den Abgaswerten auch bescheißen). Rosberg war laut Hamilton noch nicht im Rennmodus, was zu den Kalamitäten geführt habe. Rosberg sagte wörtlich: „Ich weiß, wie ich wechseln muss, das geht über den Knopf oben links auf meinem Lenkrad.“ Leute!! Der Knopf oben links am Lenkrad....Der Rosberg hat am Radio rumgespielt! War ihm langweilig, im Rennen. Zumal er, wie die FAZ schreibt, „durch Kurve drei nur mit einer Hand am Lenkrad fuhr, mit der anderen suchte er in den Programmeinstellungen“. Pass auf, Nico. Das ist nicht wie auf der Schiersteiner Brücke, wo Du rumblödeln kannst! Du hast es doch drauf, aber wenn Du überheblich wirst, pustet Dich der Vettel von hinten weg. Der stammt aus Heppenheim an der Bergstraße, und da üben die „Wiesbadener wegpusten“ spätestens mit 14 im Winter auf Glatteis. Der Name „Hessen-Rundfahrt“ wird dann in ganz neuem Licht erscheinen.