Rehberg: DFB-Pokalhalbfinale nur bedingt unterhaltsam

Niko Kovac darf sich freuen: Die Eintracht zieht ins DFB-Pokalfinale ein. Foto: dpa

Christian Heidel war emotional aufgewühlt. Der langjährige 05-Manager hat mit dem FC Schalke 04 den Einzug in das DFB-Pokalfinale verpasst. 0:1 in der eigenen Arena gegen die...

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. Über weite Strecken der Partie haben sich beide Mannschaften mit einer ausgesprochen kontrollierten Defensive neutralisiert. Die Eintracht hatte etwas mehr Ballbesitz, die Schalker gewannen mehr Zweikämpfe. Die Frankfurter zogen an diesem Abend ins Finale ein mit einer einzigen Torchance. Die verwandelte Jovic, die Vorlage war eine Eckballflanke. Hart für die Schalker: Der Schiedsrichter erkannte kurz vor Schluss den Treffer von Di Santo nicht an. Handspiel bei der Ballannahme? Zehn Zeitlupen aus unterschiedlichsten Perspektiven ließen irgendwann erahnen, dass der S04-Stürmer die Kugel womöglich nicht mit dem Oberarm, sondern mit dem äußersten Rand seiner Brust erwischt hat. Ein Videobeweis hätte wahrscheinlich fünf Minuten in Anspruch genommen. Und ob der Schiri bei einer Überprüfung am TV-Schirm die günstigste Zeitlupen-Perspektive präsentiert bekommen hätte, das weiß auch niemand.

Unterm Strich hat Domenico Tedesco vielleicht zu sehr taktiert. Der junge S04-Coach hat in der Liga Erfolg mit dieser extrem pragmatischen Spielweise. Viele Gegner mussten spüren, wie das ist, wenn die Schalker mit einer top organisierten Abwehrhaltung und zwei, drei Chancen die drei Punkte geschnappt haben. Diesmal war es ein K.o.-Spiel und darüber hinaus ein Heimspiel. Gut möglich, dass sich Tedesco hinterher geärgert hat, in der Offensivbewegung nicht früher etwas mehr ins Risiko gegangen zu sein. Die defensiv angelegte Kontrolle ist gut. Aber das eröffnet in ausgeglichenen Spielen auch dem Gegner die Chance zum Lucky Punch. Die Eintracht hatte dieses Glück an diesem Abend.

Haushoher Favorit ist der FC Bayern

Der nicht mehr bei allen Eintracht-Fans wohlgelittene Niko Kovac war mit seiner sehr ähnlichen Vorsichts-Strategie der Triumphator. Die unnötigen Diskussionen, ob der Trainer in Frankfurt das Saisonende erleben darf, sollte damit im Keim erstickt worden sein. Kovac wird beim Finale in Berlin gegen seinen künftigen Klub Bayern München am Spielfeldrand dirigieren. Ein prächtiger Erfolg. Und der Nährboden für viele bunte Geschichten vor und nach dem Endspiel.

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Der haushohe Favorit ist der FC Bayern. Jupp Heynckes steuert seine Star-Auswahl in den Entscheidungswochen dieser Saison zur Bestform. Das 6:2 in Leverkusen war ein Statement. Nicht in allen Phasen souverän, aber im gegnerischen Strafraum beeindruckend effizient. Wenn die Angriffsreihe mit Robben, Lewandowski, Ribéry und Müller in Form und hungrig ist, dann rollt da Weltklasse auf den Gegner zu. Das ist es, was den aufstrebenden Schalkern zu ihrem hoch effektiven Arbeitsstil noch fehlt: Die besondere individuelle Qualität im Angriff.