SC Paderborn auf den Spuren der 05er

Die Euphorie in Paderborn ist groß - und auch sonst erinnert vieles an das erste Bundesligajahr von Mainz 05. Archivfoto: dpa

Die selbst ernannten krassen Außenseiter mischen immer wieder die Liga auf. Oder etablieren sich gar. Wie der SC Freiburg und auch Mainz 05. Paderborn könnte der Nächste sein.

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. Von Bardo Rudolf

Der selbst ernannte "krasseste Außenseiter aller Zeiten" mischt die Fußball-Bundesliga kräftig auf. Nach dem 3:1-Sieg gegen Hertha BSC ist der SC Paderborn mit sieben Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz Siebter der Tabelle. Das hätte den Westfalen vor der Saison niemand zugetraut. Doch Paderborn steht in einer Reihe mit vielen anderen Vereinen, denen nach dem ersten Aufstieg niemand eine Chance gegeben hatte, und die dann doch durchgestartet sind.

Die "Mutter aller krassen Außenseiter" der jüngeren Bundesliga-Historie ist der SC Freiburg. Die nach dem Aufstieg 1993 als "Studenten-Verein" verschrienen Badener waren auch ein Vorbild für den nächsten Klub, der sich überraschend im Oberhaus etabliert hatte. Und das ist der FSV Mainz 05. Der leider schon verstorbene Trainer Wolfgang Frank hat bereits in der Saison 1996/97 auf die Freiburger verwiesen, als er erklärte, dass Bundesliga-Fußball auch in Mainz möglich sei. Sieben Jahre später wurde dies Realität, und heute gehören die 05er fast schon zum festen Inventar der Weltmeister-Liga. Dem FC Augsburg ist dies auch gelungen. Die Spvgg. Greuther Fürth, Fortuna Düsseldorf oder Eintracht Braunschweig haben dies indes trotz aller Tradition nicht geschafft und sind direkt wieder abgestiegen.

Und jetzt kämpft also Paderborn um den zunächst einmal kurzfristigen, vielleicht aber auch langfristigen Verbleib in der Bundesliga. Und die Chancen dazu sind gar nicht so schlecht, wie manche denken. Vor allem, wenn man die Voraussetzungen beim SCP mit denen der 05er in deren Aufstiegsjahr 2004 vergleicht. Auch die Mainzer hatten damals ein Stadion, dass für die Bundesliga eigentlich viel zu klein war. Die Trainingsbedingungen waren noch nicht erstligareif. Und professionelle Jugendarbeit steckte noch in den Kinderschuhen. Pluspunkte bei beiden waren oder sind aber ein euphorisches Umfeld, eine Mannschaft, die über sich hinauswächst, und ein Trainer, der aus seinem Team das Optimum heraus holt.

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Die 05er holten damals souverän den Klassenerhalt, entwickelten den Verein weiter und wurden dann auch durch einen Abstieg nicht zurückgeworfen. Den Paderbornern kann dies auch gelingen. Denn so ein krasser Außenseiter sind sie nicht mehr.