Seminare sind immer eine Reise wert

Ein Hinweisschild. Foto: Fotolia

Ja, es gibt auch eine Welt außerhalb des Verbreitungsgebiets der eigenen Zeitung. Diese lernt der Volontär dann meistens bei den regelmäßigen Seminaren des Verlegerverbandes...

Anzeige

. Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erleben. Dieses altbekannte Sprichwort bekommt für uns Volontäre eine völlig neue Bedeutung. Zumindest dann, wenn man regelmäßig die reizvolle Möglichkeit nutzt, die sich bietenden Sehenswürdigkeiten und Städte anzuschauen, die stets dort ganz in der Nähe liegen, wo die Volontärsseminare des Verlegerverbandes stattfinden.

Da Reisen bekanntlich bildet und den Horizont erweitert - was ja naturgemäß auch den Volontären nicht schadet - nutze ich quasi jede Gelegenheit, mich abseits des in aller Regel doch recht umfangreichen Seminarstoffes auf andere Pfade zu begeben. Was in Anbetracht der Veranstaltungsorte nicht wirklich schwer fällt. Ob Saarbrücken, Ludwigshafen und Mannheim, oder auch das beschauliche St. Martin in der schönen Pfalz - alle Städte und Dörfchen haben einen Vorteil gemeinsam: Sie liegen in der Nähe wunderschöner Landschaften, inmitten facettenreicher Metropolregionen oder sogar an der Grenze zum Ausland.

Das schreit ja förmlich danach, ausgenutzt zu werden. Bestes Beispiel ist Saarbrücken. Vom Layout-Seminar in der saarländischen Landeshauptstadt ist es nur ein Katzensprung ins benachbarte Lothringen. Und schon ist man mitten in Frankreich. Wenn man dann - wie in meinem Fall - auch noch Verwandte und Freunde dort hat, trifft es sich besonders gut. Und so war es keine Frage, sich einen Abend ins Auto zu setzen, kurz über die Grenze zu tuckern und einen Abstecher ins historisch bedeutsame Metz zu machen, französische Geschichte zu atmen und das "Savoir vivre" der Franzosen zu beobachten. Sowas tut einfach verdammt gut.

Auch von Ludwigshafen aus - das bei allem Respekt nun wirklich wenig Schönes zu bieten hat - ist man im Nu in Heidelberg am Neckar. Im Anschluss an ein von der Rheinpfalz ausgerichtetes Seminar über redaktionelle Organisation locken Schloss, Altstadt und vieles mehr. Keine Frage, dass ich auch da nicht widerstehen konnte. Zumal einige Bekannte dort studieren. Ein gemeinsames Abendessen im historischen Zeughaus, in dem die Mensa der Heidelberger Uni untergebracht ist, zählt zweifellos zu meinen Erlebnissen der besonderen Art.

Anzeige

Das Internetrecherche-Seminar in Mannheim bietet gleich mehrere Optionen. Denn der romantisch-verträumte Odenwald, die Bergstraße und die alte Residenzstadt Darmstadt sind über die A 5 in kurzer Zeit zu erreichen. Ich hab mich für alle drei Varianten in einem entschieden. Hat nämlich durchaus seine Vorteile, wenn ein Seminar am letzten Tag rechtzeitig endet und einem so noch genügend Zeit für spannende Entdeckungen im Umland bleibt.

Last but not least wäre da noch St. Martin. Ein kleines Dörfchen, eingebettet zwischen Neustadt an der Weinstraße und Bad Dürkheim und von Reben umgeben. Das dort stattfindende Presserecht-Seminar ist großartig - und die Gegend steht dem in nichts nach. Meine abendliche Fahrt zum Hambacher Schloß, in die Bar eines alten Kumpels in Neustadt und die gemeinsame abschließende Visite im Weinort Deidesheim, wo bereits Altkanzler Helmut Kohl im gleichnamigen Deidesheimer Hof seinen weltberühmten Saumagen zu speisen pflegte, gehören zu den Highlights des mehrtägigen Trips in die Pfalz.

Merke: Wer neben dem lehrreichen, manchmal jedoch etwas zähen Seminarstoff gewillt ist, weiteren neuen Input zu bekommen, sollte sich im Vorfeld der Seminare einfach mal eine Landkarte zu Gemüte führen. Bei genauerer Betrachtung dürfte dann jedem Volontär schnell klar werden, dass die Seminarorte eigentlich immer dazu einladen, die umliegenden Regionen zu entdecken. Man muss die sich bietenden Chancen nur nutzen.

Andreas Riechert