Summ, summ, summ durch die Nacht

Die Biene Maja ist Kult - seit 40 Jahren. Wie ihr Freund Willi. Und auch der Tscheche Karl Gott, der einst die Titelmelodie sang. Archivfoto: dpa

Eine Welt, in der kleine Jungs Biene Maja gucken und große Jungs Helene Fischer, kann noch nicht ganz schlecht sein. Was uns aber echt in Aufruhr versetzt, ist die neue Herrenmode.

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. „Sie ist klein, frech, schwarz-gelb gestreift und fliegt seit Jahrzehnten durch die Fernsehwelt“, lesen wir in dieser unserer Zeitung. Nanu, denken wir, aber nein, es handelt sich keineswegs um Angela Merkel auf der Suche nach einer harmonischen CDU-FDP-Koalition, wo doch Siggi Pop und Magic Horst Seehofer so garstig zu ihr sind. Vielmehr geht es um Maja. Nein, das hat nichts zu tun mit den alle paar Jahre hochploppenden Prophezeiungen über den Weltuntergang, der angeblich im Maja-Kalender steht. Das wird schon daraus ersichtlich, dass sich die Untergangs-Mayas mit „y“ schreiben. Y ist schon wichtig, Männer haben genetisch ein X- und ein Y-Chromosom, Frauen nur zweimal X. Ob dieses Übermaß an X bei Frauen, im Übrigen ein klares Zeichen für mangelhafte Variabilität, irgendwas mit „ein X für ein U vormachen“ zu tun hat – wir wissen es nicht.

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Was wir eigentlich sagen wollten: Die Biene Maja ist dieser Tage 40 geworden! Noch ganz schön umtriebig für ihr Alter. Sie liegt auch voll im Trend, vegan, denn sie rettete zum Beispiel den Grashüpfer Flip aus einer fleischfressenden Pflanze. Worüber sich Flip so freute, dass er sofort eine Geschäftsidee realisierte und mit Herstellung und Vertrieb von Flip Flops Milliardär wurde. Der beste Kumpel von Maja ist Willi. Wahrscheinlich ist die Sache zwischen den beiden platonisch. Es gibt Gerüchte, er sei mal auf sie geflogen, aber sie habe nur geantwortet: „Hast Du‘n Stich?“ Das hat Willi offenbar geprägt, denn in der TV-Folge „Maja und die Heuschrecke“ sagt Willi ängstlich zu Maja: „Man wagt sich nicht an was ran, was man nicht kennt.“ Bei der Heuschrecke handelte es sich im Übrigen nicht um einen chinesischen Reifenhändler, der den Grashüpfer Flip um sein Flip Flop-Business betrügen wollte. Maja ist aber erzürnt, weil sie meint, Willi sei feige; sie will lieber losbrettern, nach der alten Imker-Weisheit: Die Biene muss den Honig saugen, so lange sie heiß ist. Und genau das ist auch der Grund dafür, warum das Erkennungslied für die Biene Maja nicht mehr von Karel Gott gesungen wird, sondern, kein Scherz, es kann nur EINE geben: von Helene Fischer! Geboren in Sibirien, aufgewachsen in Wöllstein, in die Schule gegangen in Wörrstadt: Eine von uns!

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Helene Fischer und Maja, eine phantastische Kombination. Und jetzt wird uns auch endliche klar, wieso Helene, wie wir sie nennen, auf dem „Atemlos durch die Nacht“-Youtube-Video, das wir jede Nacht heimlich unter der Bettdecke gucken und hören, ein... nun, wie sollen wir das nennen... eine Art recht kurzes Kleid anhat – das welche Farbe hat? Genau! Gelb! Zukünftig werden also Wörrstadt und Wöllstein nicht nur Helene, sondern auch der Biene Maja noch intensiver zu Füßen liegen.

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Schwieriger Übergang jetzt. Gigaliner sind lange Laster. Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Volker Wissing, so entnehmen wir der Deutschen Presse-Agentur, will lange Laster forcieren. Als ob die Laster der rheinland-pfälzischen Landesregierung nicht schon lang genug wären, und breit wie der Nürburgring und hoch wie der Hahn. Nur Malu Dreyer hat keine Laster, sie ist praktisch eine Heilige. Sie hat nur eine kleine Schwäche für chinesische Reifenhändler.

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Männer, Leidensgenossen, Kampfgefährten, wir müssen jetzt stark sein. „Die neue Unmännlichkeit“ – eine solche Überschrift müssen wir in unserer eigenen Zeitung lesen! Die Modetrends bei Damen und Herren würden sich angleichen. Ey! Geht‘s noch? „Feminine Codes“ seien in der Männermode alsbald zu beobachten. Der gängigste feminine Code lautet bislang 90 - 60 - 90, wobei, da umzudenken, hatten wir schon immer mal vor. Das Ganze ist sicher ein Ablenkungsmanöver von Kampf-Emanzen. Denn merke: Laut N 24 haben Forscher der Universität Bristol bewiesen, was uns schon ewig klar ist, nämlich, dass Frauen bei Männern zuerst auf den Po gucken! Wohingegen – und so beschreibt die Düsseldorfer Zeitung „Rheinische Post“ eine Studie des Meinungsforschungsinstituts Gewis – hochkarätige Männer hochkarätigen Frauen immer und ausschließlich zuerst in die Augen schauen! Genau so ist das. Manchmal mit den unglaublichsten Folgen.