Typisch Mainz

Der neue 05er: Kasper Hjulmand tritt das Tuchel-Erbe an. Typisch Mainz, ein hierzulande völlig unbekannter Trainer. Foto: dpa

Diese Trainer-Entscheidung ist wieder einmal typisch Mainz 05. Keiner der üblichen Verdächtigen tritt das schwere Erbe von Thomas Tuchel an, sondern ein bis zum vergangenen...

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. Diese Trainer-Entscheidung ist wieder einmal typisch Mainz 05. Keiner der üblichen Verdächtigen tritt das schwere Erbe von Thomas Tuchel an, sondern ein bis zum vergangenen Montag hierzulande nahezu unbekannter dänischer Fußballlehrer. Das Vertrauen, das der Bundesligist Kasper Hjulmand schenkt, ist bemerkenswert mutig, unkonventionell, radikal anders als die gängigen Mechanismen der Branche.

Manager Christian Heidel hat seine Ankündigung wahr gemacht und bei der Trainerwahl allein darauf geachtet, dass der Neue zur Philosophie des Klubs passt. Dass das Ergebnis viele Fans und Experten überrascht, nimmt er gerne in Kauf. Schließlich hat er mit ungewöhnlichen Entscheidungen gute Erfahrungen gemacht, als er 2001 Jürgen Klopp vom Spieler und 2009 Tuchel vom Nachwuchscoach zum Cheftrainer beförderte.

Den Mainzer Spielern auf den Leib geschneidert

Ob Kasper Hjulmand auf seiner ersten Auslandsstation eine ähnlich prägende Rolle spielen kann wie seine beiden berühmten Vorgänger, weiß zur Stunde natürlich niemand. Die Voraussetzungen könnten jedoch kaum besser sein: ein allseits anerkannter Experte und positiv Fußballverrückter mit einer klaren Offensivphilosophie, die dem 05-Kader auf den Leib geschneidert sein sollte.

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Zudem gilt Hjulmand als rhetorisch ähnlich begabt wie Tuchel, zugleich aber als verbindlich im Auftreten. Manch ein 05-Fan (und Profi) dürfte sich darauf nach der Erfahrung mit dem zuweilen sperrigen Tuchel richtig freuen. In jedem Fall ist es erneut ein spannendes Projekt. Typisch Mainz eben.

Ulrich Gerecke