Umzingelt von Frauen

Regierungsumbildung in Rheinland-Pfalz. Foto: Sascha Kopp

In Berlin fiel vor 25 Jahren die Mauer, in Mainz fallen jetzt alle Hemmungen: Regiert wird praktisch nur noch weiblich.

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. Wir lesen im US-Wirtschaftsmagazin "Forbes"....Wie meinen? Nein, da sind keine freizügigen Bilder von Michelle Obama drin. Leute! Also, da steht: "Als unberechenbarer Führer...atombewaffnet...käme niemand auf die Idee, ihn schwach zu nennen." Das ist die offizielle Begründung für die Kür des mächtigsten Mannes der Welt. Gut, dachten wir, hat er es schon weit gebracht, der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky. Aber nein. Sie hatten Putin gewählt. Wie langweilig.

* Aber: Super-Typ, dieser Weselsky. Es gibt jetzt neben der Bahn-Card auch noch die Weselsky-Card: Streik im Monats-Abo. Hochinteressant, der Mann. Es gibt ja in der Psychologie die Theorie, wonach Männer als Erwachsene aggressiv sind, wenn sie als Kind nicht lange genug gestillt wurden. Daraus könnte man nun die Schlussfolgerung ziehen, dass Weselsky als kleiner Claus nie mit der Eisenbahn spielen durfte, obwohl er sich das so sehr wünschte. Dergleichen kann man später, wenn man will, teilweise durchaus mit einem Oberlippenbart kompensieren, wie er in den achtziger Jahren halbwegs akzeptabel war. Aber solche Bärte unterliegen immer dem Verdacht, sie würden aus sexuellen Gründen wachsen gelassen, gemäß der alten Weisheit: "Gepflegter Bart//küsst doppelt zart." Aber wir schweifen ab.

* Die GDL will erreichen, dass sie Tarifverträge nicht mehr nur für Lokführer abschließen kann, sondern auch für Jim Knopf und die Wilde 13, demnächst dann wohl auch noch für Piloten, Zahnärzte und börsennotierte Pharmaunternehmen. Der Bahnverkehr in Deutschland werde wegen der GDL-Streiks zum Erliegen kommen, vermutet die wunderbare "Frankfurter Rundschau". Wir sagen: Die Grenze vom Erliegen zum Erbrechen ist ganz nah. Böse Zungen sagen, die Bahn habe Sofortmaßnahmen beschlossen: Wenn nur noch 30 Prozent der Züge führen, könne man schließlich 70 Prozent des Personals rausschmeißen und zudem umfangreiches Gerät an die Bundeswehr verkaufen. Zum Beispiel rote Laternen für hinten, und Heizungen, die nicht gehen, für heiße Sommertage.

Angesichts der drohenden Bahn-Engpässe wurden auf dem Geisterflughafen BER erste Mofa-Tauschbörsen eingerichtet. Bei dieser Gelegenheit stellte sich heraus, dass sich der Geisterflughafen BER mangels anderer Betätigungsmöglichkeiten für die Austragung der Beachvolleyball-Wettbewerbe bei den Olympischen Sommerspielen 2028 in Berlin bewerben will. Einwände des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit, es gebe dort doch gar keinen brauchbaren Sand, wurden mit dem Argument gekontert: Du bist ja auch kein brauchbarer Bürgermeister. Ferner könne man mit dem, was es bei BER nicht gebe, die Olympischen Spiele eigentlich auch komplett ausrichten, einschließlich Kunst- und Turmspringen.

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* Sie laufen auf die Straße, hin- und hergerissen zwischen Ungläubigkeit und Sehnsucht nach einem besseren Leben, erreichen den Schlagbaum, im Kopf noch die Fernsehbilder... wie meinen? Von der Schabowski-Pressekonferenz? Mitnichten! Es geht nicht um die Maueröffnung vom 9. November 1989, sondern um die rheinland-pfälzische Kabinettsumbildung! In acht Ministerien jetzt sechs Ministerinnen, in Worten: SECHS! Plus Regierungschefin, das heißt: achtzig Prozent Frauenquote! Deswegen rennen rheinland-pfälzische Männer jetzt angstvoll auf die Straße und versuchen, die Grenze zum Saarland zu erreichen. Da ist zwar auch eine Frau Regierungschef, Kramp-Karrenbauer heißt sie, das Annegret, wie wir sie nennen, aber naja.

* Männer, Leidensgenossen, Kampfgefährten, da ist offenbar eine weibliche Revolution im Gange! Das schwante uns neulich schon, bei den Berichten über "social freezing", das Einfrieren weiblicher Eizellen, die dann später, und so weiter. Leute! Horror! Wikipedia schreibt von minus 196 Grad Celsius! Das Kind wird doch sein Leben lang frieren! Wir vermuten, dass es da eine symbolische, wenngleich folgenlose Geste des Deutschen Olympischen Sportbunds war, den Geldhahn für das Curling, eine Art Eisstockschießen, zuzudrehen. Schwere Gedanken gehen uns durch den Kopf. Sigmund Freud, wir Älteren erinnern uns: der Begründer der Psychoanalyse, sagte: "Die große Frage, die ich trotz meines 30-jährigen Studiums der weiblichen Seele nicht zu beantworten vermag, lautet: Was will eine Frau eigentlich?" Friedrich Nietzsche, ein anderer großer Denker, brachte es auf eine ganz smarte Formel: "Du gehst zu Frauen? Vergiss die Peitsche nicht."