Wer sich vom Weibe schlagen lässt…

Steht auf der amerikanischen Botschaft eine Abhöranlage? Foto: dpa

Interessant, wer einem so aufs Dach steigt. Ein Trost, wie beim Fliegen: Runter kommen sie immer.

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. Laut der britischen Zeitung "Independent" hat London auf dem Dach der britischen Botschaft in Berlin eine Abhörstation installiert. Das überrascht uns nur insofern, als wir dachten, die Briten bräuchten keine extra Abhöreinrichtungen, die stellten einfach Prinz Charles aufs Dach, und der spitzt dann seine großen Ohren.

* Geradezu zwangsläufig erscheint einem die Geschichte angesichts des bekannten deutschen Ausdrucks: "jemandem aufs Dach steigen". Bei www.redensarten.de finden wir den Hinweis, dass schon im 16. Jahrhundert die Rechtsordnung Folgendes vorsah: Für den Fall, "daß ein Mann so weibisch, daß er sich von seinem Weibe raufen, schlagen und schelten ließe, er mit Gefängnis gestraft und ihme (mit hinten "e") hierüber das Dach auf seinem Hause abgehoben werden" solle. Der britische Geheimdienst hat die Sache ein bisschen modifiziert und sich wahrscheinlich gesagt: Wenn sich schon Sigmar Gabriel, Magic Horst Seehofer und die anderen Warmduscher von der Kanzlerin bei den Koalitionsverhandlungen schlagen lassen, dann können wir ihnen auch aufs Dach steigen, indem wir auf unser Dach steigen und sie abhören. Wegen der Haar-Einpflanzungen bei Christian Lindner (FDP) und Jürgen Klopp (BVB) erscheint zwar der Begriff "Dachgarten" in neuem Licht, die Dach¬steig-Aktivitäten des britischen Geheimdienstes haben damit aber angeblich nichts zu tun.

* Der geschäftsführende Bundesminister des Äußersten, Westerwelle, Flying Guido, wie wir ihn nennen, hat wegen des Abhörverdachts den britischen Botschafter Simon Mc Donald einbestellt und gesagt: "Komm, lass uns erst mal einen Hamburger essen"....kleiner Scherz. Nein, Westerwelle hat, so denken wir, vor der generellen Gefahr auf Dächern gewarnt, denn beim Runterfallen kennt sich keiner so aus wie er. Das Gespräch mit Westerwelle wurde wahrscheinlich abgehört. Von den Amis. Die Chinesen haben‘s vermutlich geklaut und sind jetzt neidisch, dass Westerwelle während seiner Arbeitszeit Bestellungen bei McDonald aufgeben darf. Aber merke: Trotz allem Fleiß//manchmal bloß Reis.

* Hans-Christian Ströbele, der ja in Wahrheit wahrscheinlich der Vater von Edward Snowden ist, hat einen Super-Abwehrmechanismus gegen Abgehörtwerden. Bei sich trägt er stets die legendäre Radioreportage vom WM-Finale 1954 in Bern, 3:2 für Deutschland gegen Ungarn, von wegen: "...aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen...". Der damalige Radioreporter Herbert Zimmermann war - kein Witz! - Ströbeles Onkel, und Ströbele ist als Erbe nun Inhaber der Verwertungsrechte. Und vor einiger Zeit hat Ströbele einfach mal das Band laufen lassen und Onkel Zimmermanns Stimme brüllte: "Auusss, auussss, ausss. Das Spiel ist auusss.." Und da wurde Obama ganz blass, was ja nicht einfach ist bei ihm, und er sagte: "Okay, Boys, er hat uns entdeckt."

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* Karl-Theodor zu Guttenberg, früher mal für die CSU Wirtschafts-, dann Verteidigungsminister, Doc Plag, wie manche ihn nennen, war laut Deutscher Presse-Agentur heimlich zwischen Tag und Dunkel bei unser aller Kanzlerin. Guttenberg lebt derzeit in den USA. Gehst Du zu Merkel in der Nacht //dann gib‘ fein acht. Angeblich haben Merkel und er über die NSA gesprochen. Wir denken, Theo hat gesagt, die NSA sei die neue CSU. Gut, man kennt: Vokabeln abhören. Wer aber je erlebt habe, wie der Stoiber Edi abgehört habe, nämlich seine CSU-Schäfchen bezüglich des Textes der bayerischen Hymne: "Gott mit dir, du Land der Bayern..." - den mussten die jeden Morgen auswendig aufsagen, sonst gab‘s keinen Leberkäs‘ - wer das erlebt habe, den könne nichts mehr vom Dach oder sonstwo runterholen. Unwahr ist, dass Guttenberg gemeinsam mit Snowden eine Doktorarbeit schreibt: "Abhören, abschreiben, abhauen".

* Laut FAZ hat Seehofer bei den Koalitionsverhandlungen gesagt, es sei jetzt Schluss mit "Wünsch Dir was". So hieß auch eine legendäre Fernsehshow mit Vivi Bach und Dietmar Schönherr, die Anfang der 70er unter anderem in der Wiesbadener Rhein-Main-Halle stattfand und vom ZDF ausgestrahlt wurde. Wir wissen ja nicht, was die so treiben, in den Koalitionsverhandlungen. Aber der Seehofer, der alte Bazi, hat bestimmt noch die berühmte Folge von "Wünsch Dir was" in Erinnerung, als am 7. November 1970 die damals 17-jährige Kandidatin Leonie Stöhr eine extrem transparente Bluse trug. Damals eine echte Sensation. Stargast in der Sendung war, passgenau angesichts seines Hits "17 Jahr‘, blondes Haar", der Frauenversteher Udo Jürgens. Ausgerechnet diese nette Sendung fand natürlich nicht in Wiesbaden statt, sondern in Wien. Typisch.