WM-Prognose: Rekordweltmeister ist mehr als Neymar

Gute Einzelkönner, aber trotzdem ein Team: Belgien hat auf dem Weg ins Viertelfinale mit Japan einen vermeintlich einfachen Gegner. Foto: dpa

Der brasilianische Superstar ist in der WM-Vorrunde mehr durch Allüren auf und neben dem Platz denn durch überragende Leistung aufgefallen. Dennoch ist Brasilien nach dem Aus...

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. Von Björn-Christian Schüßler

Achtelfinal-Prognose: Mexiko wird büßen müssen

Nach und nach verabschieden sich ein Titelfavorit nach dem anderen aus dem Turnier. Sie machen Brasilien den Weg zum sechsten Triumph frei. Der Rekordweltmeister hat bei dieser WM bislang nicht immer brilliert, mit Neymar ein mittelfestes profilneurotisches Dauerthema an der Backe. Doch weil Brasilien mehr ist als ein Neymar, weil Thiago Silva die Defensive organisiert, Philippe Coutinho im Mittelfeld konstant präsent ist und vorne nicht nur der Superstar Akzente setzt, wird das Duell mit Mexiko im Achtelfinale ein Spaziergang, selbst wenn Neymar erneut kein Sahnespiel abliefern sollte.

Die Mexikaner dürften also nicht lange Freude daran haben, mit einem 0:3 im letzten Gruppenspiel noch weitergekommen zu sein. Noch nie konnten die Mittelamerikaner gegen Brasilien auch nur einen Stich machen. Auch in diesem Duell wird es darauf ankommen, dass der Topfavorit mit einem frühen Treffer und vielen kleinen Nadelstichen unter Druck gesetzt wird. Andernfalls gehen "El Tri" unter.

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Achtelfinal-Prognose: Fleiß allein reicht gegen Belgien nicht

Belgien spielt und spielt und spielt - selbst mit der B-Elf gegen England sah wenig danach aus, dass das Benelux-Land seinen Akku überreizt oder die Offensivaktionen aus taktischen Gründen über den Haufen wirft. Trainer Martinez bremste seine Roten Teufel gegen die Briten, wollte lieber Gruppenzweiter werden und nur noch in Moskau spielen. Doch sein Team wollte lieber nach vorne spielen, Chancen kreieren, treffen und gewinnen. Mit dieser Einstellung werden die Belgier weit kommen.

Japans Fußballer waren bei dieser Endrunde mehr als fleißig. Zwar kamen sie bei Weitem nicht - wie Spanien im Achtelfinale - auf mehr als 1000 Pässe pro Spiel. Dafür machten sie im Durchschnitt die meisten Kilometer aller WM-Teilnehmer. Doch Laufen allein wird die Asiaten gegen die Tormaschine Belgien nicht ins Viertelfinale retten. Für Muto, Okazaki und Co. wird es im K.o.-Duell deshalb vielmehr darum gehen, die Treffer vorzulegen, um sich mit dieser Taktik ins Elfmeterschießen zu retten.