Wohnwagen gehen niemals unter

Mit dem Wohnwagen nach Wiesbaden? Modell königlich. Foto: dpa

In der Woche der Besuche kommt Frau Merkel nicht ins Schwimmen und Königin Máxima nicht unter die Räder.

Anzeige

. Der politische Aspekt dieser elenden Flutkatastrophe besteht unter anderem darin, dass manche zum Hochwasser auch "vorgezogene Bundestagswahlen" sagen, was den Begriff "Bewerberflut" im Zusammenhang mit lukrativen politischen Ämtern in neuem Licht erscheinen lässt. Dass unser aller Kanzlerin bei ihrem Besuch im Katastrophengebiet....wie meinen? Nein, an dieser Stelle ist ausnahmsweise mal nicht das Bundesverteidigungsministerium gemeint. Also, dass sie beim Wahlkampf im Überschwemmungsgebiet keine Gummistiefel trug, konnte nur ihre Feinde überraschen, ihre Fans sagen ja schon lange, dass sie übers Wasser gehen kann.

*

Es gibt also sehr viel trockenzulegen in Deutschland. Wir denken aber, dass es den armen Leuten in den Überschwemmungsgebieten viel eher gelingen wird, ihre Häuser wieder trockenzulegen, als dass sich Erfolge einstellen in den Bemühungen, den Drohnen-Sumpf trockenzulegen. Das liegt auch daran, dass in der Drohnen-Affäre zu vielen einfach bloß daran gelegen ist, ihr Schäfchen ins Trockene zu bringen.

*

Anzeige

Kommen wir zu angenehmeren Dingen. Maxima und ihr Willem´-Alexander zu Besuch in Wiesbaden und Rüsselsheim, oder, wie wir es nennen: Gouda Royal. Das niederländische Königshaus geht entgegen der herrschenden Meinung ja weder auf Frau Antje noch auf Ajax Amsterdam zurück, sondern auf Wilhelm von Oranien, geboren 1533 in Dillenburg im heutigen Hessen. Daher rührt auch die Vorliebe der Niederländer für gutes Essen nach dem Coffeeshop, wir sagen nur: Dill-Soße. Zur Welt kam er als Wilhelm von Nassau-Dillenburg, aber der erste Teil des Namens erinnerte zu sehr an Hochwasser. Später erbte er dann das Fürstentum Orange in Südfrankreich. Mit Orange war der Weg vorgezeichnet, und Wilhelm gründete die ersten Manufakturen für Fanta, Hohes C und Capri-Sonne….kleiner Scherz. Jedenfalls gilt jener Wilhelm in den Niederlanden als Volksheld, was den aktuellen hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier vielleicht ins Grübeln brachte, als er da so vor seiner Staatskanzlei stand und auf das Königspaar wartete.

*

Und dann geschah etwas, was die wunderbare FAZ so beschreibt: "Seine (Bouffiers) Frau Ursula rückt ihm noch kurz die hellgrüne (!!) Krawatte zurecht und schlägt ihm beinahe kumpelhaft auf die Schulter." Leute! In der vergangenen "Woche" hatten wir doch ein für alle Mal klargestellt, dass sich Männer auch alleine anziehen können! Und dann auch noch Krawatte zurechtrücken! Krawatte! Zurechtrücken! Gnädige Frau, mal über Symbolik nachgedacht? Ferner: Man klopft selbst einem langjährigen und/oder altgedienten Ehemann nicht auf die Schulter wie einem alten Gaul!

*

Máxima hatte teilweise merkwürdige Gegenstände auf dem royalen Haupt, möglicherweise aus Angst vor Hochwasser. Es sei erst die erste größere Auslandsreise des Königspaares gewesen, so die wunderbare "Frankfurter Rundschau", und sie fügt linksliberal-royalkritisch hinzu: "...abgesehen von einer kurzen Stippvisite in Luxemburg." Hallo?? Luxemburg?? Mal schnell auf der Bank gewesen? Oh, oh, oh. In Rüsselsheim habe sich das Paar über die Zukunft des Automobils informiert, lesen wir. Also über Wohnwagen. Denn niemals wird eine Fahrzeug-Gattung untergehen, mit der sich am Kamener Kreuz so schön die Übung "Wenden auf der Stelle aus 100 km/h durch abruptes Ziehen der Handbremse", in Fachkreisen jetzt auch als "Máxima-Pirouette" bekannt, exerzieren lässt.

Anzeige

*

Alte Bauernregel: Er zählt die Häupter seiner Lieben, und sieh: Es waren sechs statt sieben. Volkszählung in Deutschland und es fehlen haufenweise Leute! "Die Nation schrumpft", titelte "Spiegel online". Vielleicht wegen des vielen Regens. Ein paar pikante Details. "Die Stadt mit dem größten Anteil an Migranten in Deutschland ist Offenbach mit 49 Prozent", schreibt "Spiegel online", verschweigt aber, dass es sich laut böser Zungen bei den meisten nach Offenbach geflüchteten Migranten um gebürtige Frankfurter und Wiesbadener handelt, die bei Nacht und Nebel durch den Main geschwommen sind. Die größten Wohnungen gibt es unter anderem im Saarland - klar, damit sich die Leute aus den Füßen gehen können und es nicht ständig zu Krawall kommt. Und! Ausgerechnet im mondänen München gibt es 11.902 Wohnungen ohne sanitäre Ausstattung! Aber schließlich kann man nicht alles haben, Champions League und Klo. Aber auch ohne sanitäre Einrichtungen gilt die alte bayerische Weisheit: A bissel was geht alleweil.