Bald ein Land ohne Funklöcher?

Die Mobilfunkversorgung mit dem schnellen 5G-Netz kommt gut voran. Schon in wenigen Jahren soll die Technologie in ganz Hessen zur Verfügung stehen.

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WIESBADEN. (dpa/chs). Hessen will 50 Millionen Euro in den Neubau von bis zu 300 zusätzlichen Mobilfunkstandorten im Land investieren. Mit den Mitteln aus dem von der EU genehmigten Förderprogramm sollen die letzten weißen Flecken im Mobilfunknetz von Hessen beseitigt werden, kündigte Digitalministerin Kristina Sinemus (CDU) am Donnerstag in Wiesbaden an. „Damit fördern wir in Hessen solche Regionen, in denen ein flächendeckender Ausbau seitens der Mobilfunknetzbetreiber bisher nicht möglich war.“ Hessen sei das zweite Bundesland nach Bayern, das eine eigene Mobilfunkförderung auf den Weg gebracht habe. Alle betroffenen Kommunen sollten eine Förderung beantragen, um gemeinsam letzte vorhandene Funklöcher in Hessen zu schließen.

Die LTE-Versorgung der hessischen Haushalte liege in diesem Jahr inzwischen bei 99,8 Prozent, sagte Sinemus. Durch eine Vereinbarung mit den Netzbetreibern Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica seien zahlreiche Neubau- und Modernisierungsmaßnahmen umgesetzt worden. Von den 4800 vereinbarten Ausbauten und Neubauten seien bisher mehr als 4000 abgeschlossen. Bis September seien 276 Standorte neu gebaut und 3753 Modernisierungen erfolgt. Im Schnitt würden jeden Tag in Hessen mehr als fünf Mobilfunkstandorte neu errichtet oder modernisiert. „Wir sind damit auf einem sehr guten Weg in ein funklochfreies Hessen“, sagte die Ministerin.

Sinemus wies außerdem auf die erfolgreiche Umsetzung der Zehn-Punkte-Vereinbarung hin, mit welcher der Ausbau des Mobilfunks weiter gesteigert wurde. Als Beispiele nannte die CDU-Politikerin die erfolgreiche Anpassung der hessischen Bauordnung, wodurch Hessen im bundesweiten Vergleich einen Spitzenplatz einnehme, und die erfolgreiche Einrichtung der Kompetenzstelle Mobilfunk als Schnittstelle zwischen Bürgern, Kommunen und Unternehmen. Zudem könnten die landeseigenen Masten von den Mobilfunknetzbetreibern mitgenutzt werden. Dazu seien den Netzbetreibern etwa 740 Landesimmobilien zur Verfügung gestellt worden.

Netzbetreiber versprechen rasche Fortschritte

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Nach Aussage des Vorstandsbeauftragten der Deutschen Telekom für Breitbandkooperationen, Dido Blankenburg, sind zwei Jahre nach dem Start des Mobilfunkpaktes Ergebnisse erlebbar. Derzeit könne die Hälfte der Hessen auf das 5G-Netz der Telekom zugreifen. Die fünfte Generation des Mobilfunks (5G) bietet deutlich höhere Geschwindigkeiten als UMTS (3G) und LTE (4G).

Valentina Daiber, Vorstandsmitglied von Telefónica Deutschland, verwies darauf, dass Frankfurt zu den ersten 15 Städten gehöre, in denen das Unternehmen 5G angeschaltet habe: „Spätestens 2025 wollen wir auch in Hessen über ein flächendeckendes 5G-Netz verfügen.“

Vodafone Deutschland hat nach Angaben von Manager Michael Jungwirth das Ausbauprogramm beschleunigt und 190 Mobilfunkstandorte in ganz Hessen mit 5G ausgerüstet. Damit erreiche das 5G-Netz von Vodafone mehr als 1,3 Millionen Menschen im Land. Bis Ende des Geschäftsjahres 2020/21 sollen rund 120 Mobilfunkprojekte mit 5G dazu kommen.