Coronavirus: Schulen in Hessen werden notfalls geschlossen

aus Coronavirus-Pandemie

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Im einem Labor werden Laboruntersuchungen zur Abklärung des Coronavirus vorgenommen.  Foto: dpa

Die Schulen in Hessen haben vom Kulturministerium Vorgaben zum Umgang mit dem Coronavirus erhalten. Diese Maßnahmen kommen infrage.

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WIESBADEN. Die Schulleitungen in Hessen sind berechtigt, bei Corona-Verdachtsfällen notfalls auch ohne Beteiligung der Gesundheitsämter Lehrer und Schüler vom Unterricht auszuschließen oder den Unterricht in einzelnen oder allen Klassen für einen Tag ausfallen zu lassen. Das geht aus einem fünfseitigen Schreiben des Kultusministeriums an alle Schulleiter im Land hervor.

Isolierte Maßnahmen der Schulleitung sollten allerdings die Ausnahme bleiben, wenn etwa eine konkrete Gesundheitsgefährdung vorliege oder das zuständige Gesundheitsamt nicht rechtzeitig zu erreichen sei. Grundsätzlich seien die Gesundheitsämter für Vorsichtsmaßnahmen an den Schulen zuständig. „Das Gesundheitsamt bewertet das gegebene Gesundheitsrisiko und veranlasst die notwendigen hoheitlichen Maßnahmen“, heißt es in dem Schreiben: beispielsweise den Ausschluss von Schülern vom Unterricht, ein Beschäftigungsverbot für Lehrer und Angestellte und die temporäre Schließung der Schule. Lehrer und Schüler, die in den zurückliegenden 14 Tagen aus einem Risikogebiet zurückgekehrt sind oder Kontakt mit einer von dort zurückgekehrten Person hatten, sind verpflichtet, einen Arzt aufzusuchen. Seiteneinsteiger aus dem Ausland könnten grundsätzlich weiterhin an den Schulen aufgenommen werden. Falls sie aus einem Risikogebiet stammten, sei das Gesundheitsamt einzuschalten. Eltern, deren Kind wegen Krankheit die Schule nicht besuchen kann, sind laut der Empfehlung „dahingehend zu beraten, die Entscheidung über die Teilnahme am Unterricht nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt zu treffen“.

Vor Klassenfahrten sollten aktuelle Hinweise beachtet werden

Vor Klassenfahrten sollen sich die Schulleitungen laut Ministerium anhand der Reisehinweise des Auswärtigen Amts und der Internetseite des Robert-Koch-Instituts (RKI) über mögliche Risiken informieren. Schulfahrten in ausdrücklich als Krisengebiete benannte oder benachbarte Regionen seien „kritisch zu betrachten“. Wegen der dynamischen Entwicklung bei der Verbreitung des Coronavirus sollten die Schulleitungen die jeweils aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amts und des RKI beachten.

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Verbindliche, zentrale Vorgaben zu möglichen Reisezielen gebe es nicht, heißt es ergänzend im Ministerium. Solange es keine Reisewarnungen vom Auswärtigen Amt gebe, werde auch nicht von bestimmten Reisezielen für Klassenfahrten abgeraten. Natürlich sei klar, dass China, Mailand, die Lombardei oder Venetien aktuell nicht angesagt seien. Von abgesagten Klassenfahrten an hessischen Schulen ist der Bildungsverwaltung aktuell noch nichts bekannt. Allerdings haben manche Schulleitungen entschieden, den Schüleraustausch mit Partnern in bereits von Corona betroffenen Regionen abzusagen oder auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.