Schulstart in Hessen am 27. April

aus Coronavirus-Pandemie

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Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU).  Foto: dpa

Zuerst die Abschlussklassen, die Grundschulen zum Schluss. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier erläutert, wie die Schulen schrittweise geöffnet werden sollen.

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WIESBADEN. Die Schulen in Hessen werden erwartungsgemäß nicht unmittelbar nach den Osterferien am 20. April, sondern schrittweise erst eine Woche später vom 27. April an wieder öffnen. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) erläuterte nach einer mehrstündigen Beratung der Regierungschefs der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwochabend, dass zunächst die Abschlussklassen die Schule wieder besuchen sollten. Die Grundschulen stünden „am Ende der Kette“, sagte der Regierungschef. Ob möglicherweise eine Woche später die vierten Klassen der Grundschulen folgen könnten, müsse noch mit dem Kultusminister und den Schulträgern erörtert werden. Über weitere Schritte der Schulöffnungen werde sehr bald entschieden werden, sagte Bouffier.

Die hessischen Kitas blieben bis auf Weiteres geschlossen. Das Land wolle die Notbetreuung für weitere Berufsgruppen öffnen, sagte der Ministerpräsident. Dies werde „in nicht unbeträchtlichem Maß, aber nicht grenzenlos“ geschehen. Einzelheiten nannte Bouffier zunächst nicht.

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Die strikten Besuchsbeschränkungen für Altenheime nannte Bouffier eines der schwierigsten Themen in der Corona-Krise. Zwar sollten die Kontaktverbote zunächst bestehen bleiben. Auf Dauer halte er es aber nicht für vertretbar, dass ältere Menschen überhaupt keinen Besuch mehr bekommen könnten. „Diesen Zustand werden wir auf Dauer nicht aufrecht erhalten können“, meinte der Regierungschef. Es gehe um maximalen Schutz der älteren Mitbürger bei minimaler Einschränkung sozialer Kontakte vor allem mit der Familie. Bund und Länder wollten am 30. April erneut und in der Folge im Zwei-Wochen-Rhythmus über eine weitere Lockerung der Beschränkungen beraten. Die Zunahme der Infektionen habe sich in den zurückliegenden Tagen deutlich verlangsamt. „Aber die Gefahr ist nicht gebannt oder bewältigt. Bei allem Verständnis für den Wunsch, möglichst bald zum normalen Alltag zurückzukehren, dürfen wir jetzt nicht zu weit gehen“, so Bouffier.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert, die für Mitte Mai anstehenden Abschlussprüfungen für den Hauptschul- und den Realschulabschluss abzusagen. Die Abschlüsse sollten stattdessen ausnahmsweise ausschließlich auf der Grundlage der Zeugnisnoten sowie der bereits geleisteten Präsentationsprüfungen vergeben werden. Das Hauptproblem sei, dass für die Schüler wegen der Schulschließungen seit vier Wochen kein regulärer Unterricht stattgefunden habe, sagte die GEW-Landesvorsitzende Maike Wiedwald. Die Schüler hätten sich daher nicht angemessen auf die Prüfungen vorbereiten können.

Prüfungen für Haupt- und Realschulen finden statt

Der Sprecher des hessischen Kultusministeriums wies diese Forderung zurück und verwies auf einen Beschluss der Kultusministerkonferenz von Ende März, wonach die Prüfungen stattfinden sollten. Dabei bleibe es in Hessen.

Aus Sicht des hessischen Philologenverbands ist bisher völlig ungeklärt, wie ein wirksamer Infektionsschutz an den Schulen gewährleistet werden soll. Weder stünden den Schulen Schutzmasken noch Desinfektionsmittel in ausreichender Zahl zur Verfügung, sagte der Landesvorsitzende Reinhard Schwab. Oftmals fehle es sogar an Waschmöglichkeiten mit warmem Wasser und Seife.