Viele hessische Schüler sind wieder in der Schule

aus Coronavirus-Pandemie

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Auch in der Wiesbadener Friedrich-Ludwig-Jahn-Schule werden die Kinder wieder unterrichtet. Foto: Sascha Kopp

Alle Jahrgänge der weiterführenden Schulen und die Viertklässler kehren zurück auf die Schulbank. Unter strengen Auflagen - alles andere als ein normaler Schultag.

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WIESBADEN. Für Hunderttausende Schüler war am Montagmorgen Schluss mit häuslichem Lernen. Sie mussten zurück auf die Schulbank. Unter strengen Auflagen hat für Hessens Schulen die zweite Phase der Öffnung begonnen. Von einem normalen Alltag im Klassenzimmer wie vor der Corona-Krise wird der Unterricht aber noch weit entfernt sein. In einer ersten Phase kehrten am 27. April die Abschlussklassen zurück. Nun werden alle weiteren Jahrgänge der weiterführenden Schulen und auch die Viertklässler der Grundschulen folgen. Es kehren rund 515.000 Kinder an die Schulen zurück - allerdings nur für wenige Stunden am Tag.

Wie ein Sprecher des Kultusministeriums in Wiesbaden mitteilte, sei die nächste Stufe der Öffnung an Hessens Schulen ohne große Probleme angelaufen. Es habe bislang keine Informationen über besondere Vorkommnisse gegeben. Am späteren Nachmittag sollte noch ein detaillierteres Stimmungsbild vorliegen.

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Die hessische GEW-Vorsitzende Birgit Koch sprach von einer Herkulesaufgabe für die Schulen. "So sehr wir uns alle wünschen, dass wir bald zu einer Normalität des Schulbetriebes zurückkehren: Wir dürfen hierbei die Hygienevorgaben, die Arbeitsbelastung der Lehrerinnen und Lehrer sowie den Arbeits- und Gesundheitsschutz nicht aus dem Blick verlieren."

Auch die Bildungsexpertin der Linke-Fraktion, Elisabeth Kula, mahnte, dass die Hygienekonzepte in den Schulen bei der Öffnungen Ende April teilweise nicht umgesetzt werden konnten. Die Lehrer und die Schulleitungen fühlten sich oft mit der Situation alleine gelassen.

Die Bildungsgewerkschaft warnte zudem davor, dass sich durch die Corona-Krise die Bildungsungerechtigkeit weiter verschärfe. Alle Berichte aus den Schulen zeigten, dass die ohnehin benachteiligten Kinder häufig durch das Lernen zu Hause weiter abgehängt würden. Für viele Schüler stelle die Schule eine Konstante dar, die ohne den Unterricht in der Schule fehle. Viele Kinder hätten zudem keinen eigenen Schreibtisch oder ein Notebook zu Hause.

Von dpa