Opel klappt beim Design das Visier hoch

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Die Studie GT X Experimental soll die neue Designsprache bei Opel vorgeben. Foto: Opel

Vielleicht hat man den Begriff „New Germanness“ bislang noch nicht gehört. Das aber wird sich ändern. Denn Opel will in Zukunft mit dem Begriff „deutsch“ spielen,...

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. Die Rüsselsheimer strotzen 15 Monate, nachdem die US-Mutter General Motors die Firma an den französischen PSA-Konzern (Peugeot, Citroen) verkauft hat, nur so vor Zuversicht. „Der Plan funktioniert“, sagt Opels Exekutivdirektor Marketing und Verkauf Jürgen Keller. Der Halbjahresgewinn von 502 Millionen Euro sei an sich schon bemerkenswert. Noch wichtiger aber sei, dass dieser Profittrend sich fortsetzt. Keller nennt drei Adjektive, auf denen der Erfolg von Opel aufgebaut werden soll: profitabel, elektrisch und global. So kündigt Keller für 2019 den E-Corsa und den Grandland X Hybrid an („Jetzt geht es wirklich los“). 2020 werde es schon vier (Teilzeit-)Stromer geben, 2024 von jedem Modell auch eine E-Variante.

Kompaktes, vollelektrisches SUV

Die größte Umwälzung betrifft aber das Design. Wohin hier die Reise geht, war erstmals beim Konzeptfahrzeug GT X Experimental zu sehen, den Opel in Mainz erstmals zeigte. Das Unternehmen will mit der neuen Linienführung die Opel-Werte klar zum Ausdruck bringen: deutsch, nahbar, begeisternd. Der GT X Experimental, ein kompaktes, vollelektrisches SUV mit fünf Türen, steht dabei symbolhaft für das, was das Opel-Design der nahen Zukunft bestimmen wird. Das Konzeptauto – bei einer Immobilie würde man wahrscheinlich von einem Musterhaus sprechen – ist 4,06 Meter lang, hat einen Radstand von 2,63 und eine Breite von 1,83 Meter, die Höhe inklusive Antenne beträgt 1,53 Meter. Was bei dem Fahrzeug als erstes auffällt, ist die Linienführung der Front. Im von den Designern Opel-Kompass genannte Achskreuzung von Horizontale und Vertikale wird das Markenemblem, der Opel-Blitz, mehr denn je zum zentralen Merkmal. Optisch erinnert das Ganze an ein Visier – und so nannte Opel das Gesicht der nächsten Modelle „Vizor“. Das neue Selbstbewusstsein der Rüsselsheimer spiegelt sich, so Director Exterieur Design Friedhelm Engler, auch in der Tatsache wider, dass bislang eher im Verborgenen gehaltene technische Features wie die Kameras und Sensoren für die Assistenzsysteme nun sogar betont werden. Gipfel dieser Umkehrung: Der Opel-Blitz wird vom reinen Designelement zu einem „Funktionsträger“: Unterschiedliche Farben des Logos zeigen den Betriebszustand des gesamten Fahrzeugs an.

Ein Bildschirm statt vieler Knöpfe

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Das Visier-Prinzip findet auch im Interieur Verwendung. Dreh- und Angelpunkt ist der Armaturenträger. Dieses „Pure Panel“ nimmt die Gestaltung des Vizors auf. Ein einziger, breiter Bildschirm soll die Vielzahl an Knöpfen, Bedienelementen und Anzeigen in heutigen Fahrzeugen überflüssig werden lassen.

Bei der Vorstellung des GT X Experimental stand im Nebenraum ein anderes „Konzeptfahrzeug“, der Opel Lutzmann, mit dem bei dem Unternehmen 1899 die Autoproduktion begann. 2019 jährt sich dieses Ereignis zum 120. Mal – und Opel verspricht eine Fülle von Veranstaltungen rund um das Thema im ganzen Jahr.