Adler arbeiten beim Letzten nicht hart genug

Adler-Goalie Dennis Endras erlebt in Villingen-Schwenningen einen bitteren Abend. Foto: dpa

„Wenn man keine Tore schießt, hat das Gründe“, sagt Adler-Cheftrainer Pavel Gross nach der Pleite beim DEL-Schlusslicht Schwenningen. An der Tabellenspitze schmilzt der Vorsprung.

Anzeige

VILLINGEN-SCHWENNINGEN. Erst zum zweiten Mal in dieser Saison haben die Mannheimer Adler am Mittwochabend die Eisfläche gänzlich ohne Punkt verlassen. Besonders bitter: Es handelte sich dabei einerseits um das Baden-Württemberg-Derby bei den Schwenninger Wild Wings, zweitens passierte es beim aktuellen Schlusslicht der Deutschen Eishockey-Liga. Die Mannschaft um Kapitän Marcus Kink unterlag mit 0:4 (0:0, 0:3, 0:1). Durch die Niederlage im Schwarzwald schrumpfte der Vorsprung auf Verfolger München auf fünf Punkte.

Von Beginn an suchten die Schwenninger den Weg nach vorne. In der Offensive kam Mannheim selten zur Geltung. Garrett Festerling hatte den Führungstreffer auf dem Schläger, traf aber nur den Pfosten (6.). Auf der anderen Seite stoppte Endras einen Alleingang von Rihards Bukarts (12.). In der 16. Spielminute hatten die Adler Glück, als Korhonen in Überzahl den Puck nicht im leeren Tor unterbrachte.

Mit Beginn des zweiten Abschnitts belohnte sich Schwenningen für einen ambitionierten Auftritt. Binnen fünf Minuten schossen André Hult (21. und 25.) und Simon Danner (23.) eine 3:0-Führung heraus. Auch in der Folge waren die Wild Wings die tonangebende Mannschaft. Bei den Adlern lief dagegen nicht viel zusammen.

Anzeige

Auch im Schlussabschnitt fanden die Adler nicht zu ihrem Spiel. So war die Direktabnahme aus der Luft von Ben Smith eine der wenigen Chancen (44.). Mirko Höfflin hätte mit dem 4:0 die Partie endgültig entscheiden können, traf aber das leere Tor nicht (47.). Luke Adam scheiterte rund fünf Minuten vor dem Ende aus aussichtsreicher Position an Strahlmeier. Drei Sekunden vor Schluss besorgte Anthony Rech den 4:0-Endstand ins verwaiste Adler-Tor.

Mannheims Cheftrainer Pavel Gross hatte zuletzt schon angemahnt, dass seine Mannschaft die kleinen Dinge vernachlässige. „Schwenningen hat das Spiel auch in dieser Höhe verdient gewonnen. Sie haben viel investiert, waren aggressiver. Wenn man kein Tor schießt, hat das seine Gründe. Wir haben im Slot nicht hart genug gearbeitet, nicht genügend Schüsse abgegeben“, legte Gross gewohnt deutlich den Finger in die Wunde.

Einer, der den Abend dennoch für immer in Erinnerung behalten dürfte, ist Samuel Soramies. Der 20-Jährige absolvierte seine erste DEL-Partie. „Vor dem Spiel war ich angespannt, aber ich bin gleich bei meinem ersten Wechsel gut in die Partie gekommen und habe mich wohl gefühlt. Die Jungs haben mich bestens aufgenommen. Dass es nicht zum Sieg gereicht hat, ist schade, vor allem, weil es ein Derby war. Wir haben zu wenige Scheiben aufs Tor gebracht und die nötige Aggressivität vermissen lassen“, sagte Soramies, dessen Vater für den Sender Regenbogen die Adler-Spiele im Webradio kommentiert. Stolz postete Antti Soramies bei Facebook: „A Dream comes true.“ Zeit zum Verschnaufen bleibt für die Adler kaum: Am Freitag (19.30 Uhr) gastieren die Kurpfälzer schon bei den Grizzlys Wolfsburg, ehe am Sonntag (17 Uhr) die Eisbären Berlin in der SAP Arena Station machen.