Alt-Vorstand von Mainz 05 entlastet - 3000 Euro für Kaluza

aus Mainz 05

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Johannes Kaluza. Archivfoto: Kopp  Foto:

Der Aufsichtsrat des 1. FSV Mainz hat auf seiner turnusmäßigen Sitzung am Dienstagabend den Alt-Vorstand um Präsident Harald Strutz entlastet. Zudem legte das Kontrollgremium...

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MAINZ. Der Aufsichtsrat des 1. FSV Mainz hat auf seiner turnusmäßigen Sitzung am Dienstagabend den Alt-Vorstand um Präsident Harald Strutz entlastet. Zudem legte das Kontrollgremium die Aufwandsentschädigung für den 05-Vorstands- und Vereinsvorsitzenden Johannes Kaluza auf 3000 Euro fest. Das teilte der Aufsichtsrat den 05-Mitgliedern in einer Mail mit. "Wir, die Mitglieder des Aufsichtsrates des 1. FSV Mainz 05, wenden uns heute direkt an sie", heißt es dort. "Das wollen wir auch in Zukunft tun, wenn es um wichtige Fragen des Vereins geht."

So erläuterte das Gremium, dass die Entlastung des Alt-Vorstandes ausgesprochen worden sei. "Wir haben großen Respekt vor der Leistung unserer ehemaligen Vorstandsmitglieder , die über viele Jahre hinweg unseren Verein geprägt haben", schreibt der Aufsichtsrat - und fügt an: "Selbstverständlich haben wir Harald Strutz und seine Kollegen vor der Mitgliederversammlung über die Vertagung der Entlastung und die Hintergründe informiert."

Drei ergangenen Strafanzeigen

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Auf der Mitgliederversammlung hatte der Aufsichtsrat die Entlastung des Alt-Vorstandes vertagt. "Wir hatten zu den drei ergangenen Strafanzeigen gegen den Alt-Vorstand Akteneinsicht beantragt, leider erst nach der Sitzung erhalten und festgestellt, dass die Akten geschlossen sind." Nachdem das vor wenige Tage nach der Mitgliederversammlung am 30. Oktober bekannt geworden war, stand einer Entlastung des Alt-Vorstandes nichts mehr im Wege.

Zudem legte der Aufsichtsrat die Höhe der Aufwandsentschädigung für Johannes Kaluza fest. Für die Ausübung seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als 05-Vorsitzender wird der 63-Jährige künftig 3000 Euro im Monat bekommen. Nach einem Jahr werde der Aufsichtsrat prüfen, ob die Höhe des Betrages dem Aufwand angemessen ist. "Ein ehrenamtlicher Vorstand ist nach der gesetzlichen Regelungen unentgeltlich tätig, er kann dafür weder einen Verdienstausfall noch eine Entschädigung für die von ihm aufgewendete Arbeitszeit erhalten", schreibt der Aufsichtsrat. Kaluza habe allerdings Anspruch auf Erstattung der infolge seiner Tätigkeit verursachten Aufwendungen.

Kein Kommentar von Kaluza

Das sind auch deutliche Worte gegen Kaluza selbst, der auf der Mitgliederversammlung in seiner Rede öffentlich nicht nur eben jenen Verdienstausfall, sondern auch Spesen und einen Dienstwagen gefordert hatte. Dafür war der 63-Jährige in den vergangenen Wochen öffentlich heftig in die Kritik geraten, hatte er doch in seinem Wahlkampf im Sommer unter anderem damit geworben, dass er das Ehrenamt des 05-Vorsitzenden ohne finanzielle Interessen anstreben würde. Viele warfen ihm angesichts seines seltsamen Sinneswandels den Bruch eines seiner zentralen Wahlversprechen vor.

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Letztlich legte aber der Aufsichtsrat die Höhe seiner Entschädigung fest - und blieb damit deutlich unter den Forderungen von Kaluza. Der 63-Jährige verließ die Aufsichtsratssitzung rund zwei Stunden vor dem Ende knapp nach 21 Uhr, wollte sich auf Nachfrage dieser Zeitung aber nicht äußern.