Legendäre Begegnung: Als ein echter Bremer gegen Werder das...

aus Mainz 05

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Der gebürtige Bremer Gerrit Holtmann flankt an Werder-Profi Theodor Gebre Selassie vorbei zum Siegtreffer.Archivfoto: imago  Foto:

Werder Bremen begrüßte den FSV Mainz 05 am 21. September 2016 als punktloses Schlusslicht und unmittelbar nach einem Trainerwechsel. Bis kurz vor Ende des Spiels sah es für...

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BREMEN. An jenem Mittwochabend arbeitete der FSV Mainz 05 gegen seinen Ruf an, ein dankbarer Aufbaugegner für kriselnde Fußball-Bundesligisten zu sein. Werder Bremen empfing die Rheinhessen am 21. September 2016, dem vierten Spieltag der Saison, mit einem noch punktefreien Konto und einem neuen Trainer. Alexander Nouri hatte Viktor Skripnik abgelöst und an der Weser so eine neue Euphorie ausgelöst. Diese trug die Werder-Mannschaft über lange Zeit des Spiels gegen die 05er. 1:0 führten die Hanseaten durch ein Tor von Izet Hajrovic (12.) bis in die Endphase. Und verließen dann doch noch den Platz als Verlierer.

1:2 stand es beim Abpfiff aus Bremer Sicht, vor allem weil 05-Trainer Martin Schmidt in der 82. Minute eine geniale Idee hatte. Er brachte Zugang Gerrit Holtmann ins Spiel, der erstens gebürtiger Bremer ist, zweitens bis zu dieser Partie keine Rolle bei den 05ern spielte und drittens zu den schnellsten Bundesliga-Profis gehörte. Auf dem Platz erlebte Holtmann dann, wie Yunus Malli auf Vorarbeit von Jhon Cordoba zum 1:1 traf (87.) und der Bremer Neu-Coach Nouri zwei Minuten später wegen zu heftigen Reklamierens auf die Tribüne geschickt wurde. Und dann hatte Holtmann seinen großen Auftritt. Der Flügelspieler sprintete auf der linken Außenbahn seinem Gegenspieler davon und flankte genau auf den Kopf von Pablo de Blasis, der so zum Mainzer Siegtorschützen wurde (90.+2). „Die Jungs wollten den Lucky Punch“, freute sich 05-Sportdirektor Rouven Schröder. Der glücklichste Mainzer war an diesem Abend aber Holtmann: „Beim 2:1 habe ich einfach die Flanke reingebracht und dann gar nicht gesehen, wer ihn reingemacht hat“, sagte er im Anschluss. Ein ernsthafter Startelf-Kandidat wurde er indes erst über ein Jahr später.

FSV Mainz 05 Lössl – Donati, Balogun, Bungert (75. Muto), Bussmann – Öztunali (64. de Blasis), Frei (82. Holtmann) – Brosinski, Malli, Clemens – Cordoba