Mainz 05 nach der Niederlage gegen den FC Augsburg: Das...

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Da hilft auch der Blick nach oben nicht. Alexandru Maxim gehörte zu den schwächsten 05ern. Foto: Kaster  Foto: Kaster

Nach dem 1:3 gegen den FC Augsburg waren sich alle beim Fußball-Bundesligisten FSV Mainz 05 einig. Das Hauptproblem lag in der Offensive.

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MAINZ. Dieser Schuss von Gerrit Holtmann war in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Etwa, weil der Linksfuß mit rechts in dieser 85. Minute abzog. Und, weil er den Ball derart gut traf, dass Holtmann in seinem zweiten Bundesligaspiel von Beginn an für den FSV Mainz 05 sein erstes Tor in der Fußball-Bundesliga erzielte. Vor allem aber, weil wohl keiner der 25 037 Zuschauer in der Opel Arena zu diesem Zeitpunkt das Gefühl hatte, dass die 05er tatsächlich noch einen Treffer erzielen könnten. Zu sehr plätscherte die Partie gegen den FC Augsburg beim Stand von 0:2 vor sich hin. Zu erschreckend harmlos präsentierten sich die Mainzer gerade nach der Pause in der Offensive. „Wir waren in der zweiten Halbzeit nicht zwingend genug und haben keinen Druck auf die Hütte bekommen“, analysierte 05-Sportvorstand Rouven Schröder die 1:3 (0:2)-Niederlage gegen den FCA.

Auch Jean-Philippe Gbamin bemängelte die fehlende Qualität im Spiel nach vorne. „Wir hatten keine guten Laufwege und haben uns kaum Chancen herausgespielt.“ Während Danny Latza im ersten Durchgang wenigstens noch den Pfosten traf (8.), bekamen die 05er den Ball in der zweiten Halbzeit nicht einmal mehr in den Strafraum. „Der Ballvortrag war bis 30 Meter vor dem Tor ordentlich, aber in der Abschlusskonsequenz nicht gut“, sagte Trainer Sandro Schwarz, der in der Pause das System umgestellt hatte. Schwarz löste die Viererkette auf, stellte auf Dreierreihe um, und zog deshalb Jean-Philippe Gbamin von der Sechs nach hinten. Das Problem: Damit ging dem FSV im Zentrum völlig die Struktur verloren.

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Der eingewechselte Suat Serdar konnte die Lücke nicht schließen. Alexandru Maxim auf der Acht war ein Totalausfall. Die offensiven Außen brachten kein Tempo auf die Bahn. „Wenn der Gegner so tief steht, muss man mehr über die Außen kommen und mehr flanken“, sagte 05-Kapitän Stefan Bell. Außen war aber Ebbe. Und so war das dann für die stabil stehenden und aufgrund der bisher guten Saison mit Selbstvertrauen gesegneten Augsburger nicht sonderlich schwer zu verteidigen. „Sie haben das einfach und rustikal gelöst“, sagte Schröder. Ob Gbamin vor diesem Hintergrund als Teil der Dreierkette etwas verschenkt war, weil die Mainzer Angriffsbemühungen ohne ihn verpufften, wollte Gbamin selbst nicht beantworten. „Das entscheidet der Trainer, nicht ich“, sagte er.

Schlechte Laufwege und Pässe

Die wenigen guten Situationen erstickten die 05er durch schlechte Laufwege und Pässe selbst. „Wir müssen uns im letzten Drittel verbessern, um in solchen Spielen eine Torgefahr herzustellen“, sagte Schwarz. Abwehrchef Bell fehlten „die Laufwege in die Tiefe, um Angebote zu machen“. Wie das gehen kann, bewiesen die Augsburger Torschützen Michael Gregoritsch und Alfred Finnbogason, die mit nun gemeinsam 15 Treffern genauso oft getroffen haben wie die gesamte Mainzer Mannschaft.

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Und trotzdem kamen die Mainzer durch Holtmann aus dem Nichts zum 1:2-Anschlusstreffer. „Wenn uns das schon gelingt, dürfen wir natürlich nicht direkt darauf das 1:3 bekommen“, bemängelte Schröder. „Das war dann der Knockout.“ Mitten in die gerade erst ins Rollen gekommene Aufholjagd der Gastgeber erzielte Finnbogason den Endstand (86). Damit war die zweite Niederlage in Folge besiegelt. Verdient, wie Gbamin fand. „Das war insgesamt ein schlechtes Spiel von uns“, sagte der 22-Jährige. Vor allem in der Offensive. Daran änderte auch das erste Bundesligator von Gerrit Holtmann nichts. Damit hatte zu diesem Zeitpunkt ohnehin niemand mehr gerechnet.