"Sollten sehr, sehr selbstkritisch sein": Stimmen zum Spiel...

aus Mainz 05

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Aufatmen: Der Mainzer Trainer Sandro Schwarz umarmt nach Spielende den Torschützen zum 2:2 Fabian Frei (r.), links steht Alexandru Maxim. Foto: dpa

„Warnschuss“, „Schrott“ und „Katastrophe“ - nach dem Punktgewinn in Bremen sind Spieler und Verantwortliche des FSV Mainz 05 selbstkritisch. Sportvorstand Rouven...

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BREMEN. Nein, gut war die Laune nicht bei den Spielern und Verantwortlichen des FSV Mainz 05 nach dem 2:2-Unentschieden gegen Werder Bremen. Dafür war die Unzufriedenheit beim Fußball-Bundesligisten über die erste Halbzeit zu groß. So lautete das Fazit: Mit einem blauen Auge davongekommen. Die Stimmen aus Bremen:

Sandro Schwarz (05-Trainer): „Man hat uns nicht angemerkt, dass wir uns viel vorgenommen hatten. Die erste Halbzeit war nicht gut, wir sind früh in Rückstand geraten. Spätestens nach dem 0:2 hatten wir keinen richtigen Zugriff und keine richtige Schärfe im Spiel. Man hat gemerkt, dass der Kopf eine Rolle spielt in so einem wichtigen Spiel. In der zweiten Halbzeit hatten wir mehr Ballbesitz, aber zu wenige Abschlüsse. Hintenraus haben wir großartige Moral gezeigt. Es ist extrem wichtig, die Bundesliga vor der Winterpause mit so einem Gefühl zu beenden.“

Florian Kohfeldt (Werder-Trainer): „Das war ein bitteres Ende für uns. In der Gesamtheit war es ein glücklicher Punkt für Mainz, den sie sich mit ihrer Moral verdient haben. Wir haben in der Pause darüber gesprochen, dass es so kommen könnte und wir aktiv bleiben müssen. Das haben wir so nicht geschafft. Ich kann mich nicht an viele zwingende Chancen von Mainz erinnern, deswegen tut es umso mehr weh. Es waren durchaus Möglichkeiten da, das Spiel für uns zu entscheiden.“

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Daniel Brosinski (05-Kapitän): „Die erste Halbzeit war Schrott, das hat man ja gesehen. Die Emotionen haben uns gefehlt. Wir rennen hinterher, gewinnen keinen Zweikampf. Das war wie gegen Freiburg und Augsburg eine absolute Frechheit. Das hat uns der Trainer in der Pause auch gesagt und uns in den Arsch getreten. Das sollte ein Warnschuss an alle gewesen sein. Da muss sich jeder Spieler hinterfragen in solchen Spielen, wo du punkten musst, ob er da mit 100 Prozent bei der Sache ist. Jeder muss sich bis Dienstag Gedanken machen. Ich bin immer offen für Verstärkungen. Wenn wir jemanden holen, der 20 Tore schießt, gehe ich freiwillig auf die Bank.“

Fabian Frei (05-Torschütze): „Heute habe ich den Ball mal gekriegt, dann kann ich’s auch. Ich stand relativ alleine ganz hinten. Als kein Bremer kam, bin ich auch nach vorne gegangen. Ich glaube, die haben mich nicht ernst genommen. Man muss nach so einem Spiel das Negative ansprechen und das Positive mitnehmen.“

Pablo de Blasis (05-Spieler): „Die erste Halbzeit war eine Katastrophe. Wir haben vorher gesagt, dass wir konzentriert sein müssen und dann verlieren wir nach eineinhalb Minuten den Ball. Danach ist es doppelt so schwer. Man sollte weniger sprechen und mehr machen. Letztes Jahr hatten wir nach der Rückrunde 21 Punkte und mussten am Ende zittern. Jetzt haben wir vier Punkte weniger. Wir hoffen, dass wir die Punkte dann am Anfang der Rückrunde reinholen.“

Rouven Schröder (05-Sportvorstand): „Man hatte heute nicht den Eindruck, dass wir das Spiel noch so gestalten würden. Wir sind schlecht gestartet und haben fast jeden Zweikampf verloren. Bremen war deutlich aggressiver und hat uns den Schneid abgekauft. In der Halbzeit gab es eine deutliche Ansprache. Für die Moral war das super wichtig heute, aber auch ein absoluter Warnschuss. Wir sollten sehr, sehr selbstkritisch sein. Wir können intern die Sachen ansprechen auch auf den einzelnen Positionen mit den einzelnen Spielern, um zu gucken, wie wir in dir Rückrunde gehen. Wir werden die Situation nach Dienstag aufarbeiten und auch auf den einzelnen Positionen den Konkurrenzkampf anführen und uns unsere Gedanken für die Rückrunde machen, wie wir uns in die eine oder andere Richtung aufstellen. Mal gucken, was passiert. Wir müssen den Finger in die Wunde legen. Schön, dass es die Transferzeit gibt.“