Am Frühstückstisch mit Denise Steinmetz

Fotos: ksu_ok – Fotolia

Die elffache Hessenmeisterin des PBC Phoenix Büttelborn geht vor Spielen mit den Teamkameraden essen, will Deutsche Meisterin werden und hofft, dass Billard das...

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BÜTTELBORN. Denise Steinmetz (39) ist Poolbillardspielerin beim PBC Phoenix Büttelborn, der in der Verbandsliga antritt, der zweithöchsten hessischen Liga. Geboren in Bad Soden im Taunus, wuchs sie in Flörsheim auf und wohnt heute in Eddersheim. Vor zwölf Jahren fing Steinmetz mit dem Poolbillardsport beim PBV Hochheim an. Vor ihrem Wechsel nach Büttelborn war die elffache Hessenmeisterin, die im November zweimal Rang neun bei der deutschen Meisterschaft belegt hatte, für den BV Schierstein im Einsatz. Die Angestellte im Öffentlichen Dienst (Finanz- und Rechnungswesen) ist seit 14 Jahren verheiratet und hat einen 13-jährigen Sohn.

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Frau Steinmetz, was darf es am Samstagmorgen sein: Kaffee oder Tee?

Kaffee.

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Und das Frühstück – herzhaft oder süß?

Eher süß.

Wie beim Frühstück gibt es auch beim Poolbillard feste Gepflogenheiten. Was ist Ihr Ritual vor einem Wettkampf?

Im Mannschaftswettbewerb treffe ich mich am Spieltag mit meinen Kollegen zum Essen. Somit können wir die vier bis fünf Stunden, die ein Spieltag dauern kann, gut gestärkt bestreiten. Bei Einzelwettbewerben, die meist morgens beginnen, sind ein gutes Frühstück und ein ruhiger Start in den Tag wichtig. Konzentration und Fokussierung stehen hier im Vordergrund. Gerne höre ich hier auch Musik, um mich einzustimmen.

Ihr Vorbild?

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Ein Vorbild habe ich nicht wirklich. Ich versuche, selbst ein Vorbild zu sein, ob es meine sportlichen Ambitionen sind oder meine Persönlichkeit.

Ihr größter Erfolg/Ihre schlimmste Niederlage?

Mein größter Erfolg sind die Momente, in denen ich nicht aufgebe und trotz Niederlage weiter kämpfe. Gemessen an meinen Medaillen war die Saison 2018/2019 mit drei von vier möglichen Hessenmeistertiteln mein größter Erfolg. Eine Disziplin konnte ich leider aufgrund privater Termine nicht wahrnehmen. Zu den Niederlagen: An allem vermeintlich Negativen ist immer etwas Positives.

Ihr wichtigster Förderer?

Mein Ehemann. Außerdem sind mein Verein Phoenix Büttelborn und meine Sponsoren wichtig.

Ihr größter Wunsch?

Dass Billard populärer wird und das Bild des „Kneipensports“ los wird. Es ist kein einfacher Sport, der starke Konzentration und Ausdauer fordert. Auch für Jungen und Mädchen ist er geeignet. Ich würde mich auch freuen, wenn sich noch Unterstützer finden würden. In unserem Sport ist es schwer, Sponsoren zu bekommen.

Der schönste Tag Ihres Lebens?

Es gab so unglaublich viele schöne Tage in meinem Leben. Meine Hochzeit, die Geburt meines Sohnes, Titelgewinne. Eine Gewichtung ist sehr schwer.

Was würden Sie gerne über sich im ECHO lesen?

Denise Steinmetz Deutsche Meisterin 202?. Ich möchte mich zeitlich nicht unter Druck setzen. Aber ich habe dieses Ziel, einen von vier möglichen Titeln zu erreichen.

Was nervt Sie an Ihrer Sportart?

Der Ruf, den sie hat, und die damit verbundene fehlende Unterstützung. Dadurch bleiben auch die Kinder und Jugendlichen aus, die davon profitieren würden, die Konzentration mit Spaß zu fördern.

Mit wem würden Sie gerne für einen Tag lang tauschen?

Eigentlich möchte ich nicht tauschen. Ich denke von mir selbst, ein guter Mensch zu sein. Alles, was mir widerfährt und mich prägt, macht mich zu dem, wer ich bin. Jeder Tag ist für mich ein Geschenk, denn ich lerne aus jedem Moment.

Was machen Sie nach einem schlechten Wettkampf/nach einer Niederlage?

Alles Revue passieren lassen, Kritik von außen filtern, um Fehler zu analysieren und daran arbeiten zu können – mental und technisch.

Und was machen Sie an einem freien Tag?

Freizeit verbringe ich mit meiner Familie, meinen Hunden oder gehe mit Freunden meinem Sommerhobby nach: Drachenboot fahren auf dem Main.

Das Interview führte Heiko Weissinger.