Software AG und Isra Vision eins rauf

Theodor Weimer, Vorstandschef der Deutsche Börse AG, sorgt für frischen Wind an der Frankfurter Wertpapierbörse. Foto: dpa

Die spektakulärste Änderung findet zwar ganz oben statt: So wie der HSV als Gründungsmitglied der Fußball-Bundesliga nach unten musste, erwischt es am 24. September nun auch...

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DARMSTADT. Die spektakulärste Änderung findet zwar ganz oben statt: So wie der HSV als Gründungsmitglied der Fußball-Bundesliga nach unten musste, erwischt es am 24. September nun auch die Commerzbank im Dax der 30 Top-Unternehmen hierzulande. Dann ist mit der Deutschen Bank nur noch ein Geldhaus im Börsen-Oberhaus vertreten nach einst fünf: Zeitenwende im Finanzwesen.

Aber auch in Südhessen tut sich durch die Indexreform der Deutschen Börse etwas, mit der die Trennung zwischen klassischen und Tech-Branchen unterhalb des Dax aufgehoben wird. Der M-Dax hat künftig 60 (bisher: 50) Werte, der S-Dax 70 (50). So ist die Software AG (SAG), zweitgrößte Denkfabrik hierzulande hinter SAP, künftig auch im M-Dax zu finden.

Höhere Aufmerksamkeit bei den Investoren

Wenn man so will, ist dies das Pendant zur Zweiten Bundesliga, in welcher der SV Darmstadt 98 bislang eine gute Rolle spielt und bei dem die SAG seit Jahren als Trikotsponsor engagiert ist. Das passt also. Zudem bleibt das Unternehmen, das 2019 runde 50 Jahre alt wird, im Tec-Dax. "Wir begrüßen die Neugliederung der deutschen Börsenindizes, weil diese damit auch den international üblichen Strukturen entspricht. Durch die Aufnahme in den M-Dax gewinnt die Software AG eine höhere Aufmerksamkeit bei Investoren, insbesondere bei den Fonds, die den Index nachbilden", so Otmar Winzig, Chef von Investor Relations. Die Software AG sei im M-Dax gemessen am handelbaren Aktienkapital etwa so bedeutsam wie Schaeffler, Metro oder Rocket Internet.

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Auch die Darmstädter Isra Vision AG rückt auf. Das Unternehmen bleibt ebenfalls im Tec-Dax, zugleich aber wird die Firma von Gründer Enis Ersü nun auch im S-Dax gelistet. Die Aufnahme erfolgt im Zuge einer Regeländerung, gemäß der Aktien aus dem Tec-Dax gleichzeitig auch im Dax, M-Dax oder S-Dax gelistet sein können. Dass die Aktie, die seit Jahren eine Top-Performance hinlegt, am Ende der vergangenen Woche dennoch deutlich verlor, hat einen Grund: der Großaktionär FMR LLC aus den USA sich von Anteilen an der südhessischen Hightech-Adresse getrennt. Das Unternehmen hielt vorher knapp 9,90 Prozent aller Isra-Papiere und verringerte sein Engagement am Automatisierungsspezialisten um fünf Prozent auf 4,90 Prozent. Die Aktie ging vergangene Woche mit einem Minus von 6,14 Prozent aus dem Handel, erholte sich seitdem nur leicht.

Für die sogenannten ETFs (Exchange Traded Funds) bedeuten diese Wechsel Arbeit, bilden sie doch einen Börsenindex nach. Im einfachsten Fall nimmt eine Fondsgesellschaft das Geld der Anleger und kauft dafür all jene Wertpapiere, die im Index enthalten sind. Beispiel: Ein ETF, der den Dax abbildet, würde nun genau diese 30 Aktien nachkaufen inklusive der Merck KGaA - und sich dann genauso im Wert entwickeln wie der Dax.

Von Achim Preu